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Ein Kunstfestival für alle, die mit Kunst eher wenig anfangen

Das internationale Kulturevent „Übergänge – Přechody“ möchte verbinden. Eine Baustelle zwischen Gmünd und České Velenice erschwert das Vorhaben.
Leuchtende Quallen-Installationen in Blau und Grün hängen in einer dunklen Halle, darunter stehen Besucher.

Ein Kunstfestival für ein kunstinteressiertes Publikum zu organisieren, das wäre Thomas Samhaber zu langweilig. „Wir wollen Überraschungen bieten für Menschen, die neugierig sind“, schildert der Organisator das Konzept hinter „Übergänge – Přechody“. Die dreitägige Eventreihe findet seit 2004 in den beiden Städten Gmünd und České Velenice statt.

Von 24. bis 26. Juli sind 50 Veranstaltungen geplant. Neben Musik, Theater und Ausstellungen erwarten die Gäste auch mehrere Workshops sowie eine Radtour in die tschechischen Dörfer London, Paris und New York. Als besonderes Highlight nennt Samhaber den Auftritt der Gruppe Via Dacă aus Moldawien, die erstmals in Österreich zu hören sein werde, sowie die Drummergruppe „Wild Sticks“. Otto Lechner spielt heuer erstmals die Kirchenorgel, Robert Menasse spricht zur Eröffnung über seine Erfahrung mit dem Aufwachsen an der Grenze. 

Kirchen als Spielstätten

Zudem warten viele kleine Höhepunkte auf die rund 7.000 Teilnehmenden, auch im intimeren Rahmen. „Wo vielleicht nur 30 Leute sind, aber die sind glücklich“, sagt Samhaber. Bespielt werden neben einem Schlosspark, einer Kastanienallee oder einem Fun-Park auch sechs Kirchen. In ihnen finden unter anderem ein Konzert des Kammerchors Gmünd, ein Gesangsworkshop und eine Rilke-Lesung und Anne Bennent.

Hürden beim Übergang

In diesem Jahr sieht sich das Festival mit einem Problem konfrontiert. Denn während im Rahmen der Veranstaltung eigentlich Übergänge geschaffen werden sollen, ist mit der Johannesbrücke die wichtigste Verbindung zwischen Gmünd und České Velenice für alle Verkehrsteilnehmenden gesperrt. „Das ist für uns auch eine Herausforderung“, räumt der Organisator ein.

Damit die Veranstaltungen dennoch erreichbar bleiben, wurde ein Shuttle-Service eingerichtet. Historische Oldtimer-Busse bringen Besucherinnen und Besucher an jene Stellen, wo sie zu Fuß von Österreich nach Tschechien spazieren können. Trotz der Unannehmlichkeiten bleibt Samhaber positiv. „Es ist schön, dass die Menschen es als Mangel bemerken, dass die Grenze zu ist“, so der Organisator. Die Herausforderung werde so zur Chance. 

Der Eintritt ist kostenlos, auch, um Kultur so niederschwellig wie möglich in den Alltag der Gäste zu bringen. Ziel sei es, Leute zusammenzubringen, mit Kunst als Kommunikationsmittel.

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