Chronik | Niederösterreich
06.12.2017

Tulln: Zivildiener stahl Defis und Goldmünzen

20-Jähriger wurde zu sechs Monaten bedingter Haft verurteilt - nicht rechtskräftig.

Im Strafregister ist der Name des Angeklagten nicht zu finden – weiße Weste durch und durch. "Damit unterscheiden sie sich von vielen, die hier schon Platz genommen haben", sagt Richter Markus Grünberger.

Doch das schmale Bürschchen mit der ruhigen Stimme soll für ordentlich Aufregung und einem riesigen Schaden in der Zentrale des Roten Kreuzes in Tulln gesorgt haben. "Ich weiß, dass ich Mist gebaut habe", sagt er.

2015 war der heute 20-Jährige als Zivildiener in der Zentrale aktiv. Zuerst soll er Verbandsmaterial gestohlen haben, dann Handys. Schließlich soll er den Zentralschlüssel mitgenommen haben, konnte so auch nachts und an Wochenenden das Gebäude betreten. Und so verschwanden Defibrillatoren, iPads und Goldmünzen aus dem Tresor. Schaden: 30.000 Euro."Ich habe das Geld gebraucht, weil ich in einer finanziellen Notlage war", erzählt der Angeklagte, der noch bei seinen Eltern lebt.

Aber auch nach dem Zivildienst bleibt er ein Langfinger. Bis das Rote Kreuz eine Kamera installieren lässt. Mit den Aufzeichnungen kann der Täter rasch überführt werden. Urteil: Sechs Monate bedingte Haft, nicht rechtskräftig. Auf den Überwachungsbändern ist übrigens auch noch ein Vermummter zu sehen, der ebenfalls den Tresor geplündert haben soll. "Ich war das nicht", so der Ex-Zivi.