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Tödliche Strömung: Warum die Traisen zur Gefahr werden kann

Kniehohes Wasser täuscht Sicherheit vor – doch wenige Meter weiter lauert Lebensgefahr.
Ein Fluss mit kleinem Wasserfall, umgeben von Bäumen, Sträuchern und einer Brücke im Hintergrund bei sonnigem Wetter.

Sie hatten verzweifelt um das Leben des Mannes gekämpft. Notärzte, Feuerwehrleute, Rettungsschwimmer und Polizisten standen am Sonntagabend im Einsatz, um einen 46-Jährigen aus der Traisen in St. Pölten zu retten, der zuvor beim Schwimmen untergegangen war.

Doch für den Mostviertler kam jede Hilfe zu spät: Er starb in der Nacht auf Montag im Krankenhaus.

Die Traisen, die derzeit wenig Wasser führt und an manchen Stellen gerade einmal knietief ist, hat an dem strahlend schönen und sehr warmen Wochenende die ersten Badegäste angelockt, die etwas Abkühlung gesucht haben.

In Naturgewässern ist Vorsicht geboten

Beliebt ist vor allem der kleine Schotterstrand beim Regierungsviertel, wo man verweilen kann. In diesem Bereich kam es auch zu dem Unglück. Was das Schwimmen hier gefährlich macht, ist die Wehranlage.

Eine Frau und ein Rettungsschwimmer halten ein gelbes Rettungs-SUP vor einem See.

Markus Schimböck, Chef der Wasserrettung in Niederösterreich.

„Hier wird das Wasser plötzlich zwei bis drei Meter tief, dazu kommen Strömungen, es bildet sich eine Wasserwalze“, erklärt Markus Schimböck, Landesleiter der NÖ Wasserrettung, im Gespräch mit dem KURIER. Er mahnt davor, vor allem beim Baden in Naturgewässern vorsichtig zu sein.

Wie tückisch die Bereiche bei den Wehranlagen in der Traisen sein können, zeigen auch tragische Vorfälle aus der Vergangenheit. Im Jahr 2009 kam ein Paar ums Leben, 2020 geriet ein 52-Jähriger in eine Wasserwalze. Sein Hund konnte von einem Passanten aus den Fluten gerettet werden, der Mann hatte keine Überlebenschance.

Übung zeigte Gefahr auf

Dass selbst sehr gute Schwimmer bei den Wehranlagen in der Traisen in Probleme geraten können, zeigte eine Übung der Wasserrettung vor einigen Jahren. Auch hier schafften es die Retter, die mit einem Seil gesichert waren, kaum noch, sich aus dem Sog zu befreien.

Schon damals gab es den Ruf nach Warnschildern bei den Wehranlagen, aufgestellt wurden sie bis heute nicht – ebenso wenig wie in dem Flussabschnitt, in dem am Sonntag der 46-Jährige ums Leben kam.

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