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Todesfalle Wehranlagen: Warnschilder an der Traisen bleiben aus

Nach mehreren tödlichen Unfällen fordert das Drama in der Traisen erneut eine alte Debatte heraus: Warum fehlen Warnschilder an Gefahrenstellen?
Wasser fließt in mehreren Stufen über ein Wehr, im Hintergrund Bäume und eine Brücke unter blauem Himmel.

Nichts deutet mehr darauf hin, dass sich noch vor wenigen Tagen in der Traisen beim Regierungsviertel in St. Pölten ein tödlicher Unfall ereignete. Am Schotterstrand genießen Menschen die Sonne, manche suchen im Wasser etwas Abkühlung.

Am vergangenen Sonntag wurde, wie berichtet, einem 46-Jährigen ein Bad in der Traisen zum Verhängnis: Der Mann dürfte bei der Wehranlage in einen Sog geraten sein, der ihn nach unten zog. Ein Zeuge alarmierte die Polizei, Beamte zogen den Bewusstlosen aus dem Wasser und begannen sofort mit der Reanimation. Doch für den Mann kam jede Hilfe zu spät. Er starb in der Nacht auf Montag im Universitätsklinikum St. Pölten.

Es war nicht das erste Unglück in der Traisen: Mehrere Personen kamen bei den Wehranlagen, an denen sich Wasserwalzen bilden, bereits ums Leben. Im Jahr 2009, als ein Paar ertrank, sprachen sich Rettungsschwimmer für das Aufstellen von Warnschildern bei den Wehranlagen aus. Die Gefahr sei groß, hieß es damals. Denn selbst gute Schwimmer könnten in diesen Bereichen plötzlich in Schwierigkeiten geraten, wie eine Übung der Wasserrettung zeigte.

Man setzt auf Bewusstseinsbildung

Doch bis heute wurden keine Warnschilder aufgestellt – und wie eine KURIER-Anfrage zeigt, wird das auch so bleiben. Man habe das Thema bereits mehrmals diskutiert, heißt es seitens des Traisen-Wasserverbands. „Eine Beschilderung der Traisen, die mehr als 70 Kilometer lang ist, ist nicht möglich“, wird betont.

Zudem stelle sich die Frage, wie dann mit anderen Gewässern, beispielsweise den Mühlbächen, umgegangen werden müsse, so der Traisen-Wasserverband, dessen Obmann St. Pöltens Bürgermeister Matthias Stadler (SPÖ) ist. Man hoffe und setze auf eine „entsprechende Bewusstseinsbildung“.

Betont wird, dass man nicht untätig geblieben sei. So seien im Einvernehmen mit der Wasserrettung bereits an bestimmten Stellen Ankerpunkte für Personenrettungen geschaffen worden.

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