Chronik | Niederösterreich
30.11.2018

Totes Baby: Verdächtiger leugnet jede Absicht

Jener 19-Jährige, der sein Kind getötet haben soll, will den Kleinen nur beim Laufen zufällig geschüttelt haben.

Hat er die Nerven verloren, weil sein Kind unruhig war, oder war es ein Unfall, wie der Verdächtige nun behauptet? Der Tod des kleinen Damien beschäftigt nach wie vor Ermittler, Staatsanwaltschaft und nun auch Rechtsanwalt Wolfgang Blaschitz. Der bekannte Verteidiger vertritt jenen Mann, der für den Tod des drei Monate alten Buben verantwortlich sein soll.

Wie berichtet, ereignete sich der schreckliche Vorfall bereits am 30. Oktober in Neunkirchen. Die Eltern verständigten die Rettungskräfte wegen medizinischer Probleme, doch die Ärzte konnten Damien nicht mehr helfen. Er starb zwei Wochen später im Landesklinikum Wiener Neustadt. Eine Obduktion ergab, dass das Kleinkind aufgrund von Fremdverschulden gestorben sein muss. Der schreckliche Verdacht: Schütteltrauma. Am vergangenen Mittwoch klickten für den 19-Jährigen Kindsvater schließlich die Handschellen.

Der Beschuldigte behauptet nun, dass er mit dem Baby nicht überfordert gewesen sei. Am 30. Oktober war er demnach allein mit Damien, die Mutter war auswärts, weil sie einmal alleine eine Nacht durchschlafen wollte. Weil sich das Kind aber weigerte aus dem Fläschchen trinken, fuhr er in den Morgenstunden zur Kindesmutter. Auf dem Weg dorthin fiel ihm auf, dass Damien "komisch geatmet" habe. Er sei deshalb nervös geworden und schnell über die Stiegen zur Wohnung der Freundin hinaufgelaufen.

"Dies war der einzige Moment, sagt er, wo das Kind vielleicht ein wenig durch das Laufen geschüttelt wurde. Wie man von Gerichtsgutachten weiß, reicht schon eine stärkere Bewegung aus, um so ein Schütteltrauma zu verursachen", betont Blaschitz.

Ein Gerichtsverfahren wird nun klären müssen, ob es tatsächlich ein Unglück war, oder doch Körperverletzung mit tödlichem Ausgang.