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Chronik Niederösterreich
12/05/2011

Top-Forscher für Krebszentrum

MedAustron rüstet wissenschaftlich weiter auf. TU Wien und Land NÖ unterschrieben Vertrag für zwei Professuren.

von Katharina Salzer

Ein Teilchenbeschleuniger ist ja kein trivialer Apparat", sagt der Rektor der Technischen Universität Wien Peter Skalicky. Das Herzstück von MedAustron in Wiener Neustadt wird eine solche Maschine sein. Es braucht daher hochqualifiziertes Personal, um sie zu betreiben. Das Zentrum für Ionentherapie zur Behandlung und Forschung - die Hoffnung vieler Krebspatienten - wird genau das bekommen, wenn es fertig gebaut ist.

Landeshauptmann Erwin Pröll und Rektor Skalicky haben zwei Professuren in St. Pölten vertraglich besiegelt: eine für Medizinische Strahlenphysik und eine für Beschleunigungsphysik. "Wir holen mit der TU Wien eine anerkannte Wissenschaftsinstitution", erklärt Pröll. Die Kosten der Professuren teilen sich Land und Uni. Eine kommt auf 400.000 Euro pro Jahr.

Die Wissenschaftler sollen Leitungsfunktionen in der Errichtungs- und Betriebsgesellschaft MedAustron übernehmen. Sie werden das Projekt nicht nur am Laufen halten, sondern sollen es technisch weiter entwickeln. Geforscht werden soll in der Nacht- nach Ende der jeweiligen Patientenbehandlungen. Für die Universität sei das Projekt eine "höchst willkommene Herausforderung", sagt der Rektor. Die Jobs werden international ausgeschrieben. "Wir holen die besten Köpfe." Es gebe Experten auf diesem Gebiet, "die sich hoffentlich bewerben werden", hofft Skalicky.

Kooperation

"Mit Ausnahme von CERN ist nirgendwo in Europa ein derartiger Strahl für die nichtklinische Forschung vorhanden", sagt Klaus Schneeberger, Aufsichtsratsvorsitzender bei MedAustron.
Seit dem Jahr 2008 besteht - neben anderen Kooperationen - bereits eine Zusammenarbeit mit dem Europäischen Kernforschungszentrum CERN in Genf. Rund 40 Mitarbeiter leisten Vorarbeiten für das Projekt, insbesondere für den Teilchenbeschleuniger.

Zeitplan

Bei der Errichtung von MedAustron liege man voll im Zeitplan, erklärt Pröll. Im März war der Spatenstich. Der Rohbau wird zu Weihnachten fertig gestellt sein. Mit dem Aufbau des Teilchenbeschleunigers wird im Oktober 2012 begonnen. Der Start des Probebetriebs ist für das Jahr 2013 vorgesehen. Die ersten Behandlungen sollen, wenn alles nach Wunsch verläuft, 2015 stattfinden.

MedAustron: Die Forscher-Hochburg

Behandlung MedAustron in Wiener Neustadt wird sich auf Krebsbehandlung mit Ionen spezialisieren. Geplant sind 24.000 Bestrahlungseinheiten pro Jahr an 1200 Patienten.

Forschung Die Therapieform soll weiter erforscht und entwickelt werden. Nicht nur im klinischen Bereich kommen Wissenschaftler zum Einsatz. Die Forschung mit Ionen- und Protonenstrahlen soll vorangetrieben werden. Rund 200 Millionen Euro werden investiert. 30 Millionen sind bereits jetzt verbaut.

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