Todeslenker raste betrunken vor Polizeikontrolle davon

Endstation Unterführung: Der 250-PS-Bolide krachte gegen die Wand
Foto: APA

Der 22-jährige Tullner hatte offenbar Angst um seinen Führerschein. Das kostete einem 19-Jährigen das Leben.

Tulln - Der 22-jährige Tullner, der Samstagabend in der Bezirksstadt einen Verkehrsunfall mit einem Toten und einem Schwerverletzten verursacht hat, dürfte aus Angst um seinen Führerschein durch die Stadt gerast sein.

Wie erst am Montag bekannt wurde, war der arbeitslose Mann alkoholisiert und raste mit weit überhöhter Geschwindigkeit durch Tulln, ehe er sein Auto bei der Unterführung Bahnhofsstraße gegen eine Begrenzung setzte. Daraufhin überschlug sich der Wagen, ein 250 PS starker Seat Leon, und kollidierte mit dem Fundament der Unterführung.

Die Folgen: Nachwuchsfußballer Marc P, 19, starb noch an der Unfallstelle, Beifahrer David K., 18, wurde schwer verletzt. Nur der Unglückslenker kam mit leichten Verletzungen davon. Auf ihn wartet nun eine Anklage wegen fahrlässiger Tötung unter besonders gefährlichen Umständen. Ein Polizeibeamter schildert, wie es zu dem Unfall kam: "Eine Streife sah um 22.51 Uhr, wie das Auto beim Sportplatz gegen die Einbahn fuhr und wollte den Lenker kontrollieren. Als dieser das Blaulicht aufleuchten sah, gab er Gas."

Die Polizisten verfolgten das Auto nicht, trotzdem raste der 22-jährige mit weit überhöhter Geschwindigkeit über die Jahnstraße und Franz-Josef-Straße zur Bahnhofstraße, wo bei der Unterführung Endstation war. Anhand der Unfallspuren wird nun versucht, das Tempo vor dem Aufprall des weißen Seat zu ermitteln. Fix ist auch: Beim Unfalllenker wurden 0,68 Promille Blutalkohol festgestellt - ausreichend für eine Verwaltungsstrafe, aber seinen Führerschein hätte der 22-Jährige bei einer Kontrolle wohl behalten.

(kurier) Erstellt am
Posts anzeigen
Posts schließen
Melden Sie den Kommentar dem Seitenbetreiber. Sind Sie sicher, dass Sie diesen Kommentar als unangemessen melden möchten?