Ein Gedenkstein erinnert am Tatort in Wiener Neustadt an den Mord

© Wammerl Patrick

Chronik Niederösterreich
06/30/2021

Tochter (16) ermordet: Eine Mutter prangert das System an

Der Täter war ein gewalttätiger Asylwerber, der nicht abgeschoben werden konnte. Die Bluttat hat Parallelen zum Fall Leonie.

von Patrick Wammerl

Bei Manuela K. reißen mit dem Fall Leonie alte Wunden auf. Es ist erst zwei Jahre her, da hat die Angestellte aus Wiener Neustadt (NÖ) auf furchtbare Art und Weise ihre Tochter verloren. Manuela war mit 16 Jahren in der Blüte ihres Lebens, als sie im Wodica-Park von einem damals 19-jährigen syrischen Asylwerber misshandelt und mit einem Gürtel erdrosselt wurde. Die Mutter fand die geschändete Leiche ihres Kindes selbst unter einem Laubhaufen.

Wie man das verkraftet? „Niemals“. Der Fall der 13-jährigen Ermordeten aus Wien lässt all die schrecklichen Momente wieder hochkommen. Die Parallelen zu der Bluttat an ihrer Tochter sind nicht von der Hand zu weisen.

Vorbestraft und gefährlich

Der Mörder von Manuela, Yazan A., war zusammen mit seinem Bruder und seiner Familie als Flüchtling nach Österreich gekommen. Er war subsidiär schutzberechtigt und bekam 2018 einen positiven Asylbescheid. Doch schon bald kam der junge Mann mehrmals mit dem Gesetz in Konflikt. Er war mehrfach wegen Körperverletzung vorbestraft, es gab diverse Anzeigen wegen Drogenhandels, beharrlicher Verfolgung und sexueller Belästigung. Auch das spätere Opfer zeigte ihn an. Doch ein Asylaberkennungsverfahren scheiterte wegen des zu geringen Strafausmaßes der Delikte.

Ein Umstand, der Manuela K. immer noch sprachlos macht. „Der Mord hätte nicht nur verhindert werden können, sondern müssen. Es braucht härtere Gesetze“, sagt die 43-Jährige. Wenn jemand gewalttätig wird, müsse er aus dem Verkehr gezogen werden. Wegweisungen würden sich als zahnlos herausstellen, weil die Täter fast nichts zu befürchten hätten, wenn sie sich nicht daran halten, meint sie. Im Falle ihrer Tochter habe der spätere Mörder hinter jede Ecke gelauert und das Mädchen abgepasst und gestalkt. „Wir waren machtlos“.

Umsetzung fehlt

An dem neuerlichen Mord sehe man, dass die Politik zwar viel angekündigt habe, aber immer noch zu wenig umgesetzt sei. „Wenn es um Asylwerber geht, bringt man immer Menschenrechte ins Spiel. Was ist mit dem Menschenrecht auf Leben? Nämlich dem Leben unserer Töchter?“, ist Manuela K. verbittert. Von der Regierung erwartet sie sich endlich ein hartes Durchgreifen, bevor noch mehr geschehe.

Bis zum Mord an ihrer Tochter war sie nie ein politischer Mensch. Nachdem der freiheitliche Generalsekretär Michael Schnedlitz ihrer Familie nach der Bluttat als ortsansässiger Bürgermeister-Stellvertreter zur Seite gestanden ist, habe sie in ihm ein Sprachrohr für ihre „Botschaft“ gefunden. „Straffällig gewordene Asylwerber dürfen nicht weiter auf freiem Fuß bleiben und müssen unverzüglich abgeschoben werden. Geldstrafen und Wegweisungen bieten weder Schutz noch Prävention. Es braucht sofort eine Strafrechtsreform“, sagt der Bürgermeister-Stellvertreter.

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