Martina Nadlinger, 34,

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Niederösterreich
12/21/2016

Tiefe Trauer über den Tod einer Mutter von drei Mädchen

Mutter erlag mit 34 Jahren dem Krebs. Vater bleibt mit drei kleinen Mädchen allein zurück.

von Wolfgang Atzenhofer

Es ist ein unfassbarer Schicksalsschlag, den ein junger Vater mit seinen drei kleinen Töchtern und den Angehörigen in diesen Tagen durchleben muss. Eine Woche vor Weihnachten hat die 34-jährige dreifache Mutter Martina Nadlinger in Viehdorf im niederösterreichischen Mostviertel ihren Kampf gegen den Krebs verloren. Heute, Mittwoch, muss die Familie die Mutter in Viehdorf im Bezirk Amstetten zu Grabe tragen. Mit der Familie steht eine ganze Gemeinde unter Trauer.

"Sie war immer positiv und weit stärker als wir ", erzählt Ehemann Reinhard über die Zeit vor eineinhalb Jahren. Da diagnostizierten die Ärzte die schwere Erkrankung im Zuge einer Schwangerschafts-Untersuchung. Der Operation und der Behandlung folgte die Freude über die Geburt der kleinen Sophia im März. Das Familienglück mit den Töchtern, Sarah (5), Julia (3) und der neun Monate alten Sophia im 2012 bezogenen neu gebauten Haus blieb aber von der schweren Erkrankung der Mama überschattet.

Behandlung

Mithilfe der Großeltern und anderer Familienmitglieder gelang es, die Zeit der Spitalsaufenthalte und Behandlungen der jungen Frau zu meistern. Doch der extrem bösartigen "Triple-negativ"-Brustkrebserkrankung war trotz Spitalsaufenthalten in Linz und Salzburg nicht beizukommen. 30 Chemotherapie-Einheiten habe seine Frau ertragen, erzählt Reinhard Nadlinger. Zuletzt verschlechterte sich der Gesundheitszustand dramatisch. "Die Chemos Nummer 31 und 32 waren dann zu viel für sie", erzählt der Witwer.

Er ist froh, dass er dem letzten Wunsch seiner Frau nachkommen konnte. "Sie wollte unbedingt vom Spital noch einmal nach Hause", schildert er. Hier bei ihm verlor Martina dann in der Nacht von Samstag auf Sonntag ihren Kampf gegen den Krebs.

Die Unterstützung und Anteilnahme seiner Familie und der Nachbarn sei groß, ist Reinhard Nadlinger dankbar. Die Versorgung der Kinder und die Vorbereitungen des Begräbnisses ließen im Moment wenig Zeit zum Nachdenken, sagt er. Mit Weihnachten und Neujahr stehen nach der Beerdigung gleich die nächsten schwierigen Tage bevor.

Familie halten

Wenn Nadlinger auch noch nicht konkret weiß, wie er mit den drei kleinen Mädchen die Zukunft meistern kann, so ist eines gewiss: "Die Kinder bleiben ganz sicher bei mir. Wie wir das organisieren, wird sich zeigen. Ich möchte meinen Arbeitsplatz und das Haus halten", sagt der Techniker. Die Betreuung der Kinder steht an oberster Stelle.

Das Schicksal der Familie lässt in der Pfarre und in der Gemeinde niemanden unberührt. "Mit der Mutter wurde der Familie das Herz genommen. Wir wollen helfen, wo wir können", sagt Viehdorfs Bürgermeister Franz Zehethofer. Für die Zukunft der Kinder hat die Gemeinde ein Spendenkonto eingerichtet: AT70 3202 5000 0108 8202 bei der Raiffeisenbank Amstetten; Kennwort "Familie Nadlinger"