Chronik | Niederösterreich
05.11.2018

Stimmgewalt aus dem Mostviertel erobert Deutschland

Alexander Eder aus dem Bezirk Amstetten überzeugte bei der Show „The Voice of Germany“ die Jury mit seiner tiefen Stimme.

Sängerin und Jurorin Yvonne Catterfeld verglich ihn mit Elvis Presley: Alexander Eder, 19 Jahre alt, aus Neuhofen/Ybbs ist Niederösterreichs Hoffnungsträger bei der Castingshow „The Vioce of Germany". Wie es dort hinter der Kamera zugeht, was er von seinen Coaches Michi Beck und Smudo von den Fantastischen Vier lernen kann und was sein großes Ziel ist, verriet er dem KURIER im Interview.

Sie haben bei Ihrem ersten Auftritt bei „ The Voice of Germany“ die Jury mit Ihrer außergewöhnlich tiefen Stimme in Staunen versetzt. Haben Sie damit gerechnet?
Alexander Eder:
Nein, natürlich nicht. Als ich den Anruf bekam, dass ich zu den „Blind Auditions“ („Knock-out“-Phase, siehe unten, Anm.) eingeladen war, schwebte ich auf Wolke sieben. Ich bin dann nach Berlin gefahren zu den Proben, das war total spannend und richtig aufregend.

Bei den „Blind Auditions“ ging es darum, mindestens ein Jurymitglied von sich zu überzeugen. Gleich mehrere wollten Sie  coachen, sowohl Michi Beck und Smudo von den Fantastischen Vier als auch Popsänger Mark Forster. Warum haben Sie sich für Michi Beck und Smudo entschieden?
Die beiden waren von Anfang an meine Wunsch-Coaches. Es war natürlich eine große Ehre, dass sich auch Mark Forster für mich interessierte und mich so lobte, doch im Herzen wollte ich unbedingt ins Team von  Fanta Vier.

Sängerin und Jurorin Yvonne Catterfeld haben Sie es ja besonders angetan. Was sagt Ihre Freundin dazu?
(Schmunzelt) Die gibt es nicht. Dafür habe ich im Moment keine Zeit.

Wie sind Sie überhaupt bei „The Voice“ gelandet?
Eine Kollegin hat mich überredet. Auch meine Eltern haben mich in meiner Entscheidung bestärkt. Mein Papa hat gesagt: „Wenn du das willst und viel Arbeit hineinsteckst, unterstützen wir dich zu 100 Prozent.“

Waren Sie schon immer so musikalisch?
Schon als ich klein war, habe ich gerne gesungen und musiziert. Ich spielte Trompete, Gitarre und Schlagzeug und gründete mit elf Jahren meine erste Rap-Band (lacht).  Später ging ich ins BORG Sankt Pölten, wo ich den musikalischen Zweig wählte und mich dem Singen widmete.

Aufgefallen sind Sie aufgrund Ihrer tiefen Stimme – woher kommt die?
Ich bin kein Kettenraucher, falls Sie das meinen (lacht). Ich hatte schon immer eine etwas tiefere Stimme, nach dem Stimmbruch hat sich die dann gefestigt. Am Anfang hatte ich  sehr zu kämpfen – vor allem beim Singen. Meine Lehrerin hat mich dann aber unterstützt und motiviert. Hinter meiner jetzigen Stimmlage steckt natürlich auch viel Übung: Ich trainiere täglich bis zu drei Stunden.

Was sagen Ihre Freunde und Ihre Familie zum Erfolg?
Die sind natürlich alle sehr stolz. Ich habe früher hauptsächlich Klassisches wie Arien gesungen. Alle waren überrascht, als ich mit einem Country-Song aufgetreten bin.

Sie haben mit dem Song „Your Man“ von Josh Turner die Bühne gerockt. Wie kamen Sie da von klassischen Arien auf diesen Countryhit?
Ich habe einfach ein Lied gesucht, das gut zu meiner Stimmlage passt, und bin dabei auf Turners „Your Man“ gestoßen. Seitdem bin ich ganz verliebt in die Country-Szene.  

Die ersten Shows sind bereits aufgezeichnet. Was erwartet Sie in den nächsten Folgen?
Über den Song oder den Partner, mit dem ich auftrete, darf ich nichts verraten. Nur so viel: Meine Coaches Michi Beck und Smudo sind total nette Burschen. Sie nehmen sich  viel Zeit für uns und sind für uns da – auch, wenn die Kamera nicht dabei ist.

Um den Titel „Voice of Germany“ kämpfen derzeit 32 Kandidaten, darunter abgesehen von Ihnen fünf weitere Österreicher. Spürt man den Konkurrenzdruck?
Jeder will das Ding gewinnen, ganz klar, aber das blenden wir derzeit aus. Wir wollen ja alle nur Musik machen.

Was ist Ihr Traum, abgesehen davon, „das Ding“ zu gewinnen?
Natürlich möchte ich so weit wie möglich kommen. Wie auch immer es ausgeht, die Erfahrungen und die Publicity, die ich jetzt bekomme, sind unschätzbar wertvoll. Abgesehen davon konzentriere ich mich auf mein Studium (Pop-/Jazz-Gesang, Anm.).

Alexander Eders Auftritt kann man unter folgendem Link nachschauen:
www.the-voice-of-germany.at/talente/staffel-8/alexander-eder

Erfolgskonzept „The Voice“ 

The Voice of Germany
Seit 2011 gibt es das Fernsehformat „The Voice“ in Deutschland. Die Juroren sitzen dabei dem Künstler abgewandt und können sich lediglich anhand seines Gesangs  für oder gegen ihn entscheiden. Das sind die sogenannten Blind Auditions.  

Konzept
Gefällt die Stimme, drehen sich die Juroren um, und die Sänger können später entscheiden, von welchem Juror sie sich für die weiteren Runden coachen  lassen.  Dann gibt es Wett-Gesänge („Battles“) zwischen mehreren Kandidaten, wobei Runde um Runde ein Sänger ausscheidet.   Zunächst entscheiden die Juroren über das Weiterkommen. In den Endrunden, die live übertragen werden, wählt das Publikum.  

Popularität
Erfunden wurde das Format von einem niederländischen TV-Produzenten 2010. Derzeit  gibt es abgewandelte Versionen der Show in über 60 Nationen weltweit. Die Jurys sind hochkarätig besetzt: In Großbritannien saß etwa Kylie Minogue neben Boy George am Juroren-Sessel.