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Stau und Müllgestank? Protest gegen Bauprojekt in Perchtoldsdorf

Auf einem Grundstück in der Hochstraße ist geplant, das bestehende Einfamilienhaus durch 18 Wohnungen samt Tiefgarage zu ersetzen.
Ein schmaler Weg zwischen Sträuchern

Der Streit zieht sich mittlerweile über fast vier Jahre. Anrainer laufen gegen ein Bauprojekt in der Perchtoldsdorfer Hochstraße (Bezirk Mödling) Sturm. 18 Wohnungen samt Tiefgarage für 23 Stellplätze sollen dort anstelle des aktuellen Einfamilienhauses entstehen.

Widerstand gab es gegen die Pläne von Anfang an. Nun geht das Bauverfahren in die zweite Instanz - und die Perchtoldsdorfer Bürgerliste macht anlässlich dessen mit einer Demonstration gegen das Projekt mobil.

Am Samstag will Gemeinderätin Gabriele Wladyka die Gegner des Bauvorhabens vor Ort zur Protestkundgebung versammeln. Denn sie befürchtet "großflächige Bodenversiegelung, mehr Verkehr und höhere Infrastrukturkosten für die Gemeinde". Als besonders problematisch bezeichnet sie die geplante Zufahrt zum neuen Wohnhaus über einen 88 Meter langen, aber eher schmalen Weg. Denn auch ein benachbarter Anrainer verfüge dort über ein Servitut und dürfe den Weg nutzen. "Also wird es Gegenverkehr geben und einen Rückstau in die Hochstraße", meint Wladyka.

"Probleme im Ernstfall"

Doch damit nicht genug: Für die Ausfahrt sei "ein teilweise nur zwei Meter breiter Weg" vorgesehen, kritisiert Gemeinderat Anton Plessl (Bewegung der Generationen). Dies stehe "im Widerspruch zur niederösterreichischen Raumordnung." Und er fürchtet: "Anrainer bezweifeln, dass Baufahrzeuge zufahren können, und warnen vor erheblichen Problemen im Ernstfall, etwa für die Feuerwehr." Ein geplanter offener Müllplatz sorge ebenso für Aufregung: "Anrainer fürchten massive Belästigungen durch Geruch und Ungeziefer – ein Imageschaden für die wichtigste Heurigenstraße des Ortes."

Vorwürfe, zu denen Vizebürgermeister Anton Platt (Neos) als zuständiger Baureferent mit Verweis auf das laufende Bauverfahren nicht Stellung nehmen kann, wie er auf KURIER-Nachfrage betont. Die Protestaktion der Bürgerliste sieht er jedoch kritisch: "Das Demonstrationsrecht ist natürlich grundsätzlich etwas sehr Wichtiges bei politischen Anliegen. Ich habe allerdings ein Problem damit, wenn man versucht, von der Straße Druck auf ein ordnungsgemäß ablaufendes Verwaltungsverfahren auszuüben."

"Bedenken werden im Bauverfahren berücksichtigt"

Anrainer hätten die Möglichkeit, alle Bedenken im Rahmen des Bauverfahrens einzubringen, wo sie berücksichtigt würden, so Platt. Zur Kritik an vermeintlich zu schmalen Zu- und Abfahrten gibt er zu bedenken: "Um die Breite eines Weges zu bestimmen, reicht es nicht immer, auf den Asphalt zu schauen. Möglicherweise ist er im Plan ja breiter eingezeichnet und man muss daher nur ein Stück zusätzlich asphaltieren.“

Schon im Jahr 2022 hatten sich rund 100 Anrainer gegen das Projekt ausgesprochen und eine Unterschriftenliste an Bürgermeisterin Andrea Kö (ÖVP) übergeben. Vom Landesverwaltungsgerichtshof wurde die Entscheidung der Gemeinde in erster Instanz aufgehoben, weshalb nun der Gemeindevorstand unter dem Vorsitz von Anton Platt erneut über das Projekt entscheiden muss.

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