Staatslimousinen statt Big Mac: Karossen von Lady Di und Kennedy

Der frühere McDonald’s-Unternehmer Friedrich Fehr setzte sich mit seinem Oldtimer Museum in Wiener Neustadt ein Denkmal.
Eröffnung Sonderausstellung im Oldtimermuseum Wiener Neustadt. Historische Staatslimousinen 2026

Er gilt als Inbegriff eines erfolgreichen Unternehmers. Friedrich Fehr (82) war Hüttenbetreiber am Neusiedler See, im Alter von 22 Jahren eröffnete er 1966 seine erste Tankstelle in Wiener Neustadt, ehe er Anfang der 1980er-Jahre auf das Fastfood-Geschäft aufmerksam wurde. Der Wiener Neustädter eröffnete 1977 am Wiener Schwarzenbergplatz die erste McDonald’s-Filiale Österreichs. Mit insgesamt sechs Standorten in Wien und Wiener Neustadt galt Fehr als „Big Mac“-Kaiser.

Seinen ganz privaten Traum erfüllte sich der Autofan aber mit seinem eigenen Museum – und wie könnte es anders sein, dem dazugehörigen Steakhouse „Route66“. Am Wochenende lud das Oldtimer-Museum von Friedrich und Sohn Ronald Fehr zu seiner bereits neunten Sonderausstellung.

Friedrich und Ronald Fehr mit Johanna Mikl-Leitner und Klaus Schneeberger.

Friedrich und Ronald Fehr mit Johanna Mikl-Leitner und Klaus Schneeberger.

Zwischen automobilen Ikonen wie dem Bentley S3 Saloon aus dem Erstbesitz von Frank Sinatra und dem Cadillac Fleetwood von Elvis Presley stehen diesmal historische Staatslimousinen im Rampenlicht.

Lady Di chauffiert

Als Kurator der Sonderschau, die bis 22. November zu sehen ist, gilt der ehemalige Vizekanzler und Justizminister Wolfgang Brandstetter. Der Oldtimer-Fan sprach bei der Eröffnung vor 160 geladenen Gästen über die Zusammenstellung der Schau, die mit besonderen Raritäten aufwartet: Zu sehen ist etwa ein Rolls Royce Silver Spur 1986, mit dem Lady Di und Prinz Charles in Wien chauffiert wurden.

Daneben geparkt sind der Cadillac der amerikanischen Botschaft, der von Präsident John F. Kennedy bei seinem historischen Gipfeltreffen mit Nikita Chruschtschow 1961 in Wien verwendet wurde, sowie ein Lincoln Continental und ein Cadillac aus der Ära des US-Präsidenten Ronald Reagan.

Eröffnung Sonderausstellung im Oldtimermuseum Wiener Neustadt. Historische Staatslimousinen 2026

Der von Bundespräsident Adolf Schärf 1963 bestellte Mercedes 600 Pullman.

Chinas „Red Flag“

Österreich-Premiere feiert die chinesische Staatslimousine CA700 „Red Flag“ von Hongqi. Aus österreichischer Sicht besonders wertvoll gilt der 1957 gebaute Mercedes 220 S von Außenminister Leopold Figl. „Jedes dieser Fahrzeuge ist eine faszinierende Zeitkapsel“, erklärt Brandstetter.

Offiziell eröffnet wurde die Ausstellung von Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner und Bürgermeister Klaus Schneeberger. „Gerade, wenn es um die Themen Mobilität und Technik geht, ist Wiener Neustadt ein Zentrum der Innovation“, so die Landeshauptfrau. Sie erinnerte an die Landesausstellung 2019 mit dem Titel „Welt in Bewegung“, „die ein unglaublicher Motor und Impulsgeber für die Entwicklung der gesamten Region war.“

Eröffnung Sonderausstellung im Oldtimermuseum Wiener Neustadt. Historische Staatslimousinen 2026

Daimler Limousine

McDonald’s-Verkauf

Friedrich Fehr hatte sich im Alter von 70 Jahren von seinen Fastfood-Restaurants getrennt. Während andere in dem Alter ihren Ruhestand genießen, wurde er mit den Orange Wings-Hotels in Krems und Wiener Neustadt zum Hotelier.

Ihr Museum haben Vater und Sohn als „lebendigen Ort der Automobilgeschichte“ etabliert. Die neue Sonderausstellung verbindet automobile Meisterwerke mit staatstragender Geschichte: Jede Limousine erzählt von politischen Epochen, so wie der Rolls Royce 20 HP Landaulet Baujahr 1929 von König George VI. Seine Tochter, Queen Elisabeth II., wurde hingegen in der Daimler Limousine Baujahr 1987 offiziell chauffiert.

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