Feuerinferno in Wiener Neustadt: Polizisten glänzten in kritischer Phase

Ehrung für Polizeibeamte nach Großbrand. Welle der Hilfsbereitschaft für 58-jährigen Hausbewohner.
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Ein Feuerinferno hat diese Woche in Wiener Neustadt mit einem Schlag das gesamte Hab und Gut eines 58-Jährigen vernichtet. Nach dem Großbrand in dem Einfamilienhaus in der Breitenauer Siedlung ist für den Betroffenen eine Hilfsaktion angelaufen. Außerdem gab es für die ersteinschreitenden Polizeibeamten eine besondere Auszeichnung.

Eine Verpuffung beim Anzünden eines Holzofens hatte am Abend des 21. April zu dem Brand in dem Einfamilienhaus in der Josef-Kuckertz-Gasse geführt. Die Freiwillige Feuerwehr Wiener Neustadt musste zusammen mit vier weiteren Feuerwehren aus dem Bezirk alles an Mannschaft und Technik aufbieten, was zur Verfügung stand. Der betroffene Bewohner erlitt bei dem Feuer eine Rauchgasvergiftung und wurde in das Uniklinikum Wiener Neustadt eingeliefert.

Das Haus brannte zur Gänze aus

Das Haus brannte zur Gänze aus 

Polizei spielte Feuerwehr

Als die erste Löschmannschaft nur wenige Minuten nach dem ersten Notruf am Einsatzort eintraf, stand das betroffene Wohnhaus bereits lichterloh in Vollbrand. Unverzüglich begannen die Feuerwehrleute mit einem umfassenden Löschangriff.

„Bis zum Eintreffen weiterer Unterstützungskräfte vergingen jedoch wertvolle erste Minuten. Gerade in dieser heiklen Phase sprangen die Besatzungen zweier Polizei-Funkstreifen sowie einige Nachbarn helfend ein“, heißt es vonseiten der Feuerwehr Wiener Neustadt.

Während die Feuerwehrleute die Löschleitungen zum Brandobjekt verlegten, spielten die Beamten des Stadtpolizeikommandos Wiener Neustadt selbst Feuerwehr. Sie bereiteten geistesgegenwärtig die Wasserversorgung über die Hydranten vor. Parallel dazu organisierten die Polizisten die Räumung der umliegenden Straßen, um die Zufahrt für zusätzliche Einsatzkräfte zu erleichtern. „Diese Hilfe in den ersten kritischen Minuten trug dazu bei, dass die Feuerwehr ein Übergreifen der hochschlagenden Flammen auf Nachbargrundstücke verhindern konnte. Grund genug, den Beamten stellvertretend für alle Unterstützer den Dank des Feuerwehrkommandos auszusprechen“, so Feuerwehrsprecher Richard Berger.

Die Polizeibeamten wurden von der Feuerwehr ausgezeichnet

Die Polizeibeamten wurden von der Feuerwehr ausgezeichnet

Im Rahmen einer Zeremonie, an der auch Stadtpolizeikommandant Oberstleutnant Manfred Fries teilnahm, wurden den beteiligten Polizisten neben einer Dank- und Anerkennungsurkunde auch Ehrenkarten für den Feuerwehrball am kommenden Samstag überreicht.

„Einsätze wie diese zeigen, wie wir zur Erreichung unseres gemeinsamen Ziels, Menschen zu helfen, an einem Strang in die gleiche Richtung ziehen. Ich bin stolz auf die Kollegen und die Kollegin, die hier der Feuerwehr so tatkräftig geholfen haben“, erklärt Fries, der bei dieser Gelegenheit auch eine Anekdote zum Besten gab, in der er sich vor Jahrzehnten als „junger Inspektor“ in einer ähnlichen Situation befand.

Manfred Fries (li.), Richard Berger (re.) und die geehrten Polizeibeamten des Stadtpolizeikommandos

Manfred Fries (li.), Richard Berger (re.) und die geehrten Polizeibeamten des Stadtpolizeikommandos

Haus brannte wie Zunder

Bei dem Großbrand waren mehr als 100 Mitglieder der vier Feuerwehren über mehrere Stunden hinweg im Einsatz, „Brand aus“ hieß es erst spätabends gegen 22.30 Uhr. „Erschwerend kam hinzu, dass im Haus neben diversen brandfördernden Flüssigkeiten auch zahlreiche Gaskartuschen und Batterien gelagert waren“, betonte die Feuerwehr.

„Ein solches Brandereignis ist in Wiener Neustadt eher selten. Trotz des umfangreichen Löscheinsatzes konnten wir den ausgedehnten Wohnhausbrand erst nach mehreren Stunden löschen“, resümierte Einsatzleiter und Feuerwehrkommandant Christian Pfeiffer. Wohlauf wiedergefunden wurde letztlich die zunächst vermisste Katze des Hausbesitzers.

Die Katze des Hausbesitzers war vor den Flammen geflüchtet

Die Katze des Hausbesitzers war vor den Flammen geflüchtet

Das ausgebrannte Haus ist unbewohnbar. ÖVP-Gemeinderat Franz Hatvan hat gemeinsam mit zahlreichen Nachbarn und Freiwilligen eine Hilfsaktion für den 58-jährigen Bewohner nach dem Schicksalsschlag gestartet.

Seit Tagen wird das Anwesen mit Unterstützung vieler Freiwilliger geräumt. Das abgebrannte Hab und Gut muss mit Hilfe von Traktoren, Lkw und Containern entsorgt werden. „Es geht darum, die erste Not zu lindern“, sagt Hatvan.

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