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Security verliert nach Einsatz seinen Job: "Nur meine Pflicht getan"

Zwei Männer sollen in St. Pölten eine Reinigungskraft belästigt haben. Als ein Security einschreitet, eskaliert die Situation.
Ein Mann mit verschränkten Armen steht vor einem Einkaufszentrum mit H&M-Eingang im Hintergrund.

Demiralp H. versteht die Welt nicht mehr. Bis vor Kurzem war er noch für eine bekannte Sicherheitsfirma tätig, sorgte unter anderem am St. Pöltner Hauptbahnhof und auch im Einkaufszentrum Promenade (EKZ) in der Innenstadt für Ordnung.

Doch nun steht der 56-Jährige ohne Job da. Er sei, so erzählt er es im Gespräch mit dem KURIER, nach einem Einsatz im EKZ gekündigt worden. „Ich verstehe nicht, warum. Ich habe nur meine Pflicht getan“, sagt H.

Konkret geht es um einen Vorfall, der sich Mitte April ereignet hat. Eine Reinigungskraft hatte H. um Hilfe gerufen, nachdem sie sich von zwei jungen Männern belästigt gefühlt hatte. 

Das Duo hatte wohl aus Langeweile die Damentoilette betreten und die junge Frau, die gerade ihrer Arbeit nachging, mit derben Sprüchen angesprochen. „Einer der beiden Männer hat sich dabei in den Schritt gegriffen“, berichtet H.

„Spüre heute noch Schmerzen“

Auf einem Video, das dem KURIER vorliegt, ist zu sehen, wie einer der beiden – es soll sich um einen Österreicher und einen Tschetschenen gehandelt haben – den Security-Mitarbeiter mit einem Schlag auf die Schulter attackiert. „Ich spüre heute noch Schmerzen“, behauptet H.

Es entsteht ein Gerangel, der Sicherheitsmitarbeiter wehrt sich – und teilt selbst aus. Auch er schlägt mehrmals zu und wird selbst noch einmal von einem Schlag im Gesicht getroffen. Schließlich verlassen die beiden Störenfriede das Shoppingcenter. Es kommt zu keiner Anzeige. „Am nächsten Tag sind die beiden Männer zu mir gekommen und haben sich entschuldigt. Damit war es auch erledigt“, meint der 56-Jährige.

Doch für seinen Arbeitgeber ist es nicht erledigt. Nach Durchsicht des Überwachungsvideos wurde das Dienstverhältnis mit H. beendet. 

Nicht angemessen reagiert

„Es gab keine konkrete Notwehrsituation oder Nothilfe. Der Mitarbeiter hat nicht angemessen auf die Situation reagiert“, sagt eine Sprecherin des Sicherheitsunternehmens. Es habe zudem bereits einen ähnlichen Vorfall gegeben, auch hier habe H. nicht angemessen reagiert. „Eine Verwarnung und eine Schulung haben nichts geholfen“, so die Sprecherin.

Tatsächlich war H. in einen weiteren Vorfall verwickelt, der sogar für Schlagzeilen gesorgt hatte. Mitte Februar 2026 rang er einen 29-jährigen Tschetschenen nieder, der ebenfalls im Einkaufszentrum Promenade aus einem Juweliergeschäft ein Armband gestohlen haben soll.

Laut Landespolizeidirektion Niederösterreich hatte sich der mutmaßliche Täter, der stark alkoholisiert war, äußerst aggressiv verhalten und bei der Festnahme heftigen Widerstand geleistet.

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