Große Pläne, leere Baustelle: So geht es mit der Domgarage weiter
Unter dem Bischofsgarten soll eine Tiefgarage entstehen.
Wo einst Geistliche über geschwungene Wege durch sattes Grün wandelten, ist heute eine riesige Grube zu finden. Der Bischofsgarten im Herzen St. Pöltens gleicht dieser Tage einer Mondlandschaft. Nur ein kleiner, gelber Bagger steht herum, die Baucontainer sind verschlossen und leer.
Dabei sollte am Areal der Domkirche eigentlich auf Hochtouren gearbeitet werden, schließlich wollen Diözese und Stadt, dass hier eine große Tiefgarage entsteht. Sie soll als Ersatz für den autofreien Domplatz dienen.
Doch das Projekt hatte mit massiven Anlaufschwierigkeiten zu kämpfen. Nachdem von Bischof Alois Schwarz und Bürgermeister Matthias Stadler (SPÖ) im Jahr 2021 der Startschuss für die Errichtung von rund 300 Stellplätzen unter der Erde gegeben wurde, musste ein Investor gefunden werden. Doch dieser sprang nach kurzer Zeit wieder ab. Mitte März 2023 wurden mit der Da Vinci Group und der Benda Immobilien Gruppe um Unternehmer Walter Benda schließlich die Verträge unterzeichnet.
Baustart noch 2026
Drei Jahre später ist zwar die Arbeit der Archäologen auf dem Areal abgeschlossen, aber einige Beobachter stellen sich die Frage, ob überhaupt die Bagger auffahren werden, denn bereits Ende März 2025 wurden sowohl die baubehördliche als auch die gewerbebehördliche Genehmigung erteilt.
„Ja, werden sie“, betont Walter Benda im Gespräch mit dem KURIER. „Noch heuer soll der Baustart erfolgen, die Bauzeit soll schließlich etwa 18 Monate betragen. Ich hätte mir selber gewünscht, dass es schneller geht“, so Benda.
Dass die Baustelle derzeit stillsteht, hat laut dem Unternehmer einen Grund: Denn neben der Tiefgarage soll in der nahegelegenen Grenzgasse 6–8 ein Wohnbauprojekt entstehen. „Da läuft noch das Umwidmungsverfahren“, erklärt Benda. Ist das abgeschlossen, sollen beide Vorhaben parallel umgesetzt werden.
Geheimprojekt in der Klostergasse
Doch im Domviertel tut sich noch viel mehr – und zwar an prominenter Adresse. So soll das Haus in der Klostergasse 15, das einst im Besitz des Baumeisters Jakob Prandtauer stand (hier starb er auch 1726), dem Vernehmen nach für „wirtschaftliche Zwecke“ genutzt werden.
Das Prandtauerhaus in der Klostergasse 15
In dem Gebäude, das im Besitz der Diözese ist, sind derzeit unter anderem die Katholische Jungschar und das Pastoralamt der Diözese untergebracht. Hier sollen, so ist zu hören, Wohnungen entstehen. Für den angeschlossenen Kindergarten soll ebenfalls eine Lösung gefunden werden.
Und was ist mit dem Domplatz? Hier werden derzeit Ideen für eine zusätzliche Begrünung und mehr Schatten gesammelt. Der Wochenmarkt bleibt laut Rathaus freilich erhalten.
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