SPÖ-Angst vor Brücken-Chaos beiderseits der Landesgrenze
SPÖ-Mandatare mit Kerstin Suchan-Mayr (M.) und Erich Wahl (2.v.r., 2. Reihe) fordern klare Verhältnisse.
Im verkehrspolitischen Dauerdrama um die Sanierung und den Neubau der beiden Donaubrücke Mauthausen gießen SPÖ-Politiker nun noch Öl ins Feuer. Während die zwei FPÖ-Verkehrslandesräte von Nieder- und Oberösterreich zuletzt über den ersten von sieben generalsanierten Pfeilern der alten Brücke jubelten, üben SPÖ-Abgeordnete heftige Kritik und prophezeien ein Verkehrschaos und Verzweiflung bei den Bürgern.
In zwei Jahren muss die altersschwache Mauthausener Bestandsbrücke für drei Monate gesperrt werden, um das Tragwerk zu erneuern. Die geplante Neubaubrücke wird es 2028 aufgrund von Verzögerungen durch rechtliche Streitigkeiten noch nicht geben. Der Ausweichverkehr muss über Linz oder Grein gelotst werden. Den Menschen und Betriebsleitern beiderseits der Donau fehlen konkrete Antworten auf die Frage, mit welchen Alternativen sie während der Brückensperre rechnen und dem Verkehrschaos entkommen können, so die roten Landtagsmandatare Kerstin Suchan-Mayr (NÖ) und Erich Wahl (OÖ). Derzeit werden auf der Brücke täglich rund 22.000 Fahrzeuge gezählt, 2028 werden 25.000 erwartet.
Weil die Landesräte Günther Steinkellner (OÖ) und Udo Landbauer (NÖ) nun, wie berichtet, den ersten für die Brückensanierung fertig verbreiterten Pfeiler und den Bauzeitplan beklatschten, platzte den SPÖ-lern der Kragen.
Klare Antworten
"Ein Pfeiler macht noch keine Brücke. Die Menschen in der Region wollen keine PR-Fotos von Betonpfeilern sehen, sondern endlich klare Antworten darauf, wie sie künftig zur Arbeit, in die Schule oder zum Arzt kommen sollen", kritisiert Suchan-Mayr.
Erster verbreiteter Brückenpfeiler der bestehenden Donaubrücke Mauthausen.
Sie und Wahl verwiesen darauf, dass das begleitende Verkehrskonzept zur Sperre bislang zahlreiche Schwachstellen und einigen Handlungsbedarf aufweise. Insbesondere beim öffentlichen Verkehr, bei Park&Ride-Angeboten, Radverbindungen und der Verkehrslenkung. Pendler und Betriebe bräuchten aber Planbarkeit.
Dass Begleitaktionen zur Brückensperre wichtig sind, ist den Verantwortlichen bewusst. Vor zwei Wochen wurde dazu ein Konzept über eine Agentur verschickt. Darin werden erste Schritte beschrieben und Abstimmungen angekündigt. Eine Maßnahme betrifft die Bahnlinie Perg-St. Valentin, auf der ein Halbstundentakt kommen soll. Auch ein Ombudsmann wird installiert.
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