Spannung um Gründe für die neue Donaubrücke Mauthausen

Wirtschaftskammervertreter vor der Donaubrücke
Wirtschaft und Straßenplaner in NÖ und OÖ fürchten Vetos der Grundeigentümer bei den notwendigen Einlösen von Flächen für das Brückenprojekt. Befürworter fordern Solidarität ein.

Nach der Freude über das positive Erkenntnis des Bundesverwaltungsgerichts zum Bau der neuen Donaubrücke bei Mauthausen in der Vorwoche, kehrt nun Ernüchterung ein. Aus dem Kreis der Brückenbefürworter und der Wirtschaft kommen einerseits Appelle an Anrainer, für den Bau notwendige Grundstücke rasch abzutreten. Andererseits beschäftigt die für Mitte 2028 anstehende dreimonatige Sperre der Bestandsbrücke und das drohende Verkehrschaos die betroffenen Unternehmer in Nieder- und Oberösterreich bereits intensiv."

"Mit dem Go für den Bau der zweiten leistungsstarken Donaubrücke bei Mauthausen ist nach rund zehn Jahren Stillstand eine zentrale Entscheidung gefallen“, begrüßt der Verein "DoNeubrücke“ den Entscheid des Gerichts. Doch die Lobbyisten der Tausenden Pendler und Lkw-Lenker befürchten bereits die nächste Verzögerung.

Grundeinlösen stehen an

In der anstehenden Phase der Grundeinlösen für den Neubau komme den Verhandlungen mit den Grundbesitzern eine entscheidende Bedeutung zu, sagen sie. Bei fehlendem Einvernehmen stünden Enteignungen an. Die würden zu langwierigen Gerichtsverhandlungen und wiederum massiven Verzögerungen führen, wird befürchtet.

Appell

"DoNeubrücke“-Obmann Johannes Hödlmayr richtet sich deshalb an die betroffenen Grundeigentümer: "Es geht dabei nicht um Einzelinteressen, sondern um die Zukunftsperspektive einer ganzen Region. Ich ersuche die betroffenen Grundstücksbesitzer, diese Verantwortung mitzudenken – im Sinne jener, die auf diese Brücke angewiesen sind.“

Das Ziel einer dreijährigen Bauzeit gelte es unbedingt umzusetzen, fordert der Großunternehmer Hödlmayr.

Die nö. Straßenplaner, die wegen der aufwendigen Straßenanbindung zur neuen Donaubrücke viel mehr Grund benötigen wie ihre oö. Kollegen, ahnen bereits was auf sie zukommt. Aufgrund des Erkenntnisses setze man die Grundeinlösemaßnahmen sofort fort, so NÖ Straßenbaudirektor Josef Decker

Erfahrungen 

Jeder Grundeigentümer stehe zu seinem Besitz, für die Einlösen werde es Zeit brauchen, sagt der Straßenmanager. Erfahrungen habe man in der Region bereits beim Bau der 123a, der Umfahrung Pyburg, gesammelt. Damals waren langwierige Enteignungsverfahren notwendig.

Ausschreibung

Sobald man die Grundstücke habe, werde man das Projekt gemeinsam mit OÖ ausschreiben. Parallel läuft die Ertüchtigung und Sanierung der Bestandsbrücke. Die Pfeiler im Fluss werden verbreitert, das neue Tragwerk, dass 2028 per Schiff eingeschwommen wird, wird ab dem heurigen Herbst im Ennshafen aufgebaut.

Gedanken über die Zeit der dreimonatigen Sperre der wichtigen alten Mauthausner Brücke machen sich inzwischen die Funktionäre der Wirtschaftskammern in den Bezirken Amstetten (NÖ) und Perg (OÖ). Sie liefere einen bitteren Beigeschmack, so der Amstettner WK-Obmann Gottfried Pilz. Pendlern und der Wirtschaft stehe wegen der weiten Umleitungen ein riesiger Aufwand bevor, erklärte er.

Vorbereitung

Eine große Herausforderung stehe bevor, sagt WK-Obfrau Eveline Grabmann aus Perg. Sie ruft schon jetzt alle Unternehmer auf, sich mit Mitarbeitern praktikable Lösungen bei den Arbeits- und Logistikabläufen, sowie bei Betriebsurlauben und Fahrgemeinschaften zu überlegen. Parallel dazu wird an übergeordneten Maßnahmen, wie der Verbesserungen im Öffi-Verkehr oder der Schaffung von Pendlerparkplätzen gearbeitet.

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