Kampfabstimmung verunsichert SPÖ in Königsberger-Ludwigs Heimat
Im November des Vorjahres wurde Ulrike Königsberger-Ludwig (Mitte) sehr emotional als Bezirksobfrau verabschiedet.
Ihre überraschende Ankündigung beim Landesparteitag im Mai, gegen Sven Hergovich in einer Kampfabstimmung um den Vorsitz in der SPÖ Niederösterreich antreten zu wollen, sorgt im Heimatbezirk von Staatssekretärin Ulrike Königsberger-Ludwig für Verstörung. Im November des Vorjahres hatte sie nach 16 Jahren den Vorsitz in der Bezirkspartei Amstetten abgegeben. Ihre Nachfolgerin und auch politisch sehr enge Weggefährtin, SPÖ-Landtagsabgeordnete und St. Valentiner Bürgermeisterin Kerstin Suchan-Mayr, zeigte sich in ihrer ersten offiziellen Reaktion sehr überrascht und diplomatisch.
Bei der Amstettner Bezirkskonferenz im vergangenen November wurde Königsberger-Ludwig sehr herzlich als Bezirkschefin verabschiedet. Mit dabei waren damals sowohl Bundesparteichef Andreas Babler als auch NÖ-Vorsitzender und Landesrat Sven Hergovich.
Wie sich bei Gesprächen des KURIER in SPÖ-Kreisen im Mostviertel zeigt, wurden auch die Genossinnen und Genossen in ihrem Umfeld von der Ankündigung Königsberger-Ludwigs völlig überrumpelt. Viel Skepsis und Ungewissheit ist zu hören.
Wertschätzung für zwei Personen
Eine gewisse Orientierungslosigkeit klingt aus dem Statement, das Suchan-Mayr über die Bezirksparteizentrale aussenden ließ: "Die Kandidatur von Ulrike Königsberger-Ludwig hat uns im Bezirk überrascht. Mit Sven Hergovich und Ulrike Königsberger-Ludwig stehen nun zwei Personen zur Verfügung, die wir sehr schätzen und die in ihren Bereichen wichtige Arbeit für die SPÖ leisten. Unser gemeinsames Ziel ist es, den Menschen in unserem Land Perspektiven und klare Antworten auf die Herausforderungen unserer Zeit zu geben. Die weitere Vorgehensweise wird in den Gremien geklärt werden", so die Bezirkschefin. Dem Vernehmen nach will man sie am Dienstagabend in einer Sitzung auf Bezirksebene besprechen.
Eine andere SPÖ-Bürgermeisterin aus dem Bezirk Amstetten, Manuela Zebenholzer aus Hollenstein, bestätigt eine gewisse Ratlosigkeit: "Ich habe lediglich Informationen aus den Medien, darum ist die Angelegenheit für mich schwer einzuordnen und auch noch schwer zu kommentieren."
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