Staatssekretärin gegen Landesrat: Machtkampf in der SPÖ

Ulrike Königsberger-Ludwig könnte beim Landesparteitag der SPÖ Niederösterreich im Mai Gegenkandidatin von Sven Hergovich sein. Die parteiinterne Gerüchteküche brodelt.
Staatssekretärin gegen Landesrat: Machtkampf in der SPÖ

In der SPÖ Niederösterreich liefen am Samstag die Telefone heiß. Der Grund: Landesparteivorsitzender Sven Hergovich könnte beim Landesparteitag im Mai eine Gegenkandidatin bekommen. Und diese ist niemand geringerer als Staatssekretärin Ulrike Königsberger-Ludwig. Sie selbst hat sich offiziell noch nicht dazu geäußert. Aus ihrem engsten Umkreis ist aber zu hören, dass sie sich diesmal einer Kampfabstimmung stellen will.

Die Weichen dazu müssen dieser Tage gestellt werden. Am 20. April tritt der Landesparteivorstand zusammen, um zu fixieren, wer beim Landesparteitag am 30. Mai auf der Kandidatenliste für den Vorsitz in Niederösterreich aufscheinen wird. Bis vor wenigen Tagen war noch klar, dass da nur der Name von Sven Hergovich zu finden sein wird. Er selbst hatte vor wenigen Wochen bei einem KURIER-Interview erklärt, dass er 2028 als Spitzenkandidat der SPÖ in die Landtagswahl gehen will.

In der Landespartei haben in den vergangenen Wochen und Monaten seine innerparteilichen Gegner allerdings daran gearbeitet, dass es eine Gegenkandidatur gibt. Sie werfen Hergovich und seinem Landesgeschäftsführer Wolfgang Zwander vor, die Landespartei nicht auf jene Linie bringen zu können, die 2028 einen Erfolg verspricht. Gleichzeitig wird dem derzeitigen Führungsteam angekreidet, dass es keine brauchbaren Kanäle zur ÖVP mehr gebe. Und schließlich setze man in der Parteizentrale auf die falschen Leute. 

Da wird unter anderen der Name von Bundesrat und Bürgermeister Christian Fischer genannt, der zuletzt beim Bezirksparteitag in Lilienfeld nur 65 Prozent der Delegiertenstimmen erhalten hatte.

Sven Hergovich tritt im Mai nochmals am Landesparteitag an.

Sven Hergovich könnte mit Ulrike Königsberger-Ludwig eine Gegenkandidatin bekommen.

Im Lager rund um Sven Hergovich ist man von dieser Entwicklung ein wenig überrascht. Von Ulrike Königsberger-Ludwig selbst habe man dazu noch nichts gehört. „Aber soll sie doch antreten, wenn sie will“, so ein Kommentar dazu. Man ortet in dieser Frage auch Verbindungen zur Parteizentrale in der Löwelstraße. So wäre Klaus Seltenheim, der Bundesgeschäftsführer von Vizekanzler Andreas Babler, in die Telefonate am Samstag aktiv involviert gewesen, wie man vernommen habe.

Eines ist klar: Sollte es zum Duell Königsberger-Ludwig gegen Hergovich kommen, dann ist niemand Favorit. Und es wird eine harte Auseinandersetzung.

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