Kritische Töne: St. Pölten als nächster Warnschuss für Bundes-SPÖ
Der Absturz der SPÖ bei der St. Pölten-Wahl hat nun kritische Stimmen in Richtung Bundespartei zur Folge: "Wenn sich selbst ein hocherfolgreicher Bürgermeister dem derzeit eisigen Gegenwind aus der Bundespolitik nicht mehr entziehen kann, dann muss das dort zu denken geben", meinte der niederösterreichische Landesgeschäftsführer Wolfgang Zwander.
Der Kärntner SPÖ-Chef Daniel Fellner sieht im Ergebnis "eine Strahlkraft weit über die Gemeindegrenzen hinweg". So eine stabile Stadt und Mehrheit zu verlieren, tue "extrem weh", meinte Fellner.
Direkt der Bundespartei eine Mitverantwortung umhängen wollte er nicht. Er tue sich sehr schwer, das zu beurteilen. Aber eine regionale Wahl sei und bleibe in erster Linie eine regionale Wahl: "Da geht es um Personen."
Braucht die SPÖ eine Neuausrichtung?
Der Stimmenverlust sei ernst zu nehmen und müsse von der Stadtpartei selbstkritisch aufgearbeitet werden. "Gleichzeitig wäre es aus meiner Sicht zu kurz gegriffen, das Ergebnis ausschließlich als isoliertes lokales Phänomen zu betrachten. Politische Stimmungen entstehen nicht im luftleeren Raum", wandte sich auch Vorarlbergs Landesvorsitzender Mario Leiter in Richtung Bund. Die Inhalte der SPÖ auf Bundesebene seien weiter hoch relevant, war Leiter überzeugt.
"Dennoch zeigt sich auch hier, dass politische Kommunikation und Umsetzung messbar bei den Menschen ankommen müssen", so der Vorarlberger SPÖ-Vorsitzende. Das St. Pöltener Ergebnis sei daher als Auftrag zu sehen, das Angebot der SPÖ "noch klarer, verständlicher und näher an den konkreten Lebensrealitäten auszurichten."
Zwander sieht die Schuld am deutlichen Verlust der absoluten Mehrheit jedenfalls offenkundig nicht beim dortigen Bürgermeister und SPÖ-Spitzenkandidaten.
Matthias Stadler sei einer der über alle Parteigrenzen hinweg angesehensten Politiker des Landes. Für die Menschen in der Landeshauptstadt sei es "eine sehr gute Nachricht", dass Stadler Bürgermeister bleibe, fügte der Landesgeschäftsführer hinzu.
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