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Chronik Niederösterreich
02/29/2020

So vermodert und verfällt die Arena der Tennisstars in NÖ

Das einstige Schmuckkästchen wurde zu einem Schandfleck. Trotzdem könnte es zu einem Comeback kommen.

von Johannes Weichhart

Von Pflanzen und Unkraut verwucherte Zugänge, kaputte Sitzplätze, beschmierte Türen, ein desolater Belag – das Tennisstadion im Norden St. Pöltens hat wahrlich schon bessere Zeiten gesehen. „Es ist zu einem Schandfleck zwischen Olympiazentrum und SKN-Stadion geworden“, sagt ein älterer Herr, der mit seinem Hund vorbeispaziert.

Dabei war die niederösterreichische Landeshauptstadt ab Mitte der 90er-Jahre einmal im Jahr ein Magnet für die Stars der ATP-Tour. Nicht nur Thomas Muster füllte die Ränge, auch Stefan Edberg, Andre Agassi, Patrick Rafter oder Marcelo Rios ließen das Publikum jubeln.

An guten Tagen pilgerten bis zu 5.000 Menschen in die Arena, gespielt wurde auf einem Sand, der extra aus Paris nach St. Pölten transportiert wurde. Für viele Sportler war es deshalb damals das perfekte Vorbereitungsturnier für die French Open.

Als Muster 1999 seine Karriere beendete und sich vorerst dem Golf widmete, verebbte auch die Euphorie in St. Pölten. Veranstalter Ronnie Leitgeb zog schließlich die Reißleine, ab dem Jahr 2006 wurde die gelbe Filzkugel in Pörtschach in Kärnten gejagt.

Nachnutzung

Mit einer Nachnutzung des Stadions tat sich das Land Niederösterreich allerdings immer schwer. Mal wurde ein Beachvolleyball-Event ausgetragen, dann durfte der internationale Tennisnachwuchs den Court nutzen, seit Jahren aber ist das Areal ungenutzt.

„Es ist schade, weil es in St. Pölten viele Vereine gibt, die dringend auf der Suche nach Spielstätten beziehungsweise Flächen sind“, heißt es dazu aus dem St. Pöltner Rathaus. Konzepte seien mit dem Land schon mehrfach diskutiert worden, allerdings ohne Ergebnis.

Das unrühmliche Ende der Tennis-Arena verfolgt auch der ehemalige Turnierdirektor Ronnie Leitgeb. „Es ist mein Baby, mein Herzblut. Es ist wirklich schade, dass hier nicht mehr gespielt wird.“ Leitgeb erinnert im Gespräch mit dem KURIER daran, dass einst viel Geld in die Windschutz- und Flutlichtanlage gesteckt wurde.

Pläne

Aufhorchen lässt der Ex-Manager von Thomas Muster mit der Ansage, dass das Stadion durchaus ein Comeback feiern könnte. „Ich habe mich mit Jochen Danninger beim Hahnenkamm-Rennen in Kitzbühel über dieses Thema kurz unterhalten“, erzählt er.

Danninger, der zu diesem Zeitpunkt noch Geschäftsführer der Wirtschaftsagentur ecoplus war, wurde am Donnerstag zum neuen nö. Landesrat für Wirtschaft, Tourismus und Sport angelobt. „Ich habe gesagt, bevor ihr es abreißt, ruft mich doch bitte an“, erzählt der Unternehmer.

Bei Danninger selbst dürfte das Anliegen auf fruchtbaren Boden gefallen sein. „Ich möchte unsere Sportstrategie mit dem gesamten Sportnetzwerk Niederösterreich im Miteinander neu entwickeln“, so der ÖVP-Landesrat.

Neue Strategie

Und weiter: „Ein wichtiger Part ist dabei auch die Sportinfrastruktur – Stichwort: Evaluierung des bestehenden Sportinfrastrukturplans im Sportzentrum Niederösterreich - die mit der neuen Strategie Hand in Hand einhergehen soll. Dabei werden wir natürlich auch alle vorliegenden Konzepte zur Revitalisierung der Eventarena prüfen.“

Es ist also gut möglich, dass die Politik dem St. Pöltner Tennisstadion wieder Leben eingehauchen wird. Auch wenn die Zeiten der großen Tenniseuphorie in der Landeshauptstadt vermutlich vorbei sein dürften.

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