Das Plakat wurde als sexistisch empfunden

© NLK Burchhart

Chronik Niederösterreich
12/19/2018

Semmering-Debatte: "Seit 20 Jahren nackte Frauen am Plakat"

Die Gemeinde unternimmt keine Anstrengungen, die Attersee-Plakate zu entfernen. Um die Motive ist ein Griss entbrannt.

von Patrick Wammerl

Christian Ludwig Attersees erste Plakatspende für den Damen-Skiweltcup am Semmering im Jahr 1998 zeigt eine nackte Frau zwischen den Torstangen. Bei zehn weiteren Plakaten, die der Künstler und Wahl-Semmeringer den Organisatoren seither gestaltet hat, ist es nicht viel anders. Nackte Frauen- und wohlgemerkt auch Männer-Silhouetten sind seit jeher beliebte Motive des Malers.

Dass nach so langer Zeit das Plakat plötzlich als „sexistisch“ skandalisiert wird, stößt vor allem im Austragungsort der Weltcuprennen sauer auf. Semmerings Bürgermeister Horst Schröttner (ÖVP) hat für die Angelegenheit wenig Verständnis: „Auf den Plakaten sind seit 20 Jahren nackte Frauen.“

Gemeinde weigert sich

Dass das Sujet eine Woche vor den Rennen vom ÖSV offiziell zurückgezogen wurde, hält der Ortschef für „entbehrlich“. „Die gesamte Werbung ist seit Wochen draußen. Die Plakate sind bei den Medienpartnern teilweise auf den Titelseiten. Tausende Folder mit dem Attersee-Plakat sind verteilt. Was will man da zurückziehen?“, sagt der Bürgermeister. Die Gemeinde wird selbst keine Anstrengungen unternehmen, irgendetwas zu entfernen.

Auch wenn man beim Wintersportverein Semmering (WSV), die Sache hinter vorgehaltener Hand ähnlich sieht, muss man sich dort den Vorgaben des ÖSV beugen. Schließlich organisiere man die Rennen im Auftrag des Skiverbands. Zur Verkleidung der Tribünen wurden riesige Transparente mit dem Attersee-Motiv angeschafft. „Die werden wir heuer nicht montieren. Auch die Folder werden bei den Rennen nicht mehr ausgeteilt“, erklärt der Chef des Organisationskomitees, Franz Steiner.

Welche Auswüchse die Debatte annimmt, zeigt sich seit dem Werbeverbot: „Man kann sich nicht vorstellen wie viele Leute jetzt eines der Plakate bei uns bestellen. Wir geben sie aber erst nach den Rennen aus“, so Steiner.

In der Gemeinde ist man sich sicher, dass sich die Diskussion zumindest positiv auf die Besucherzahl bei den Rennen auswirkt.

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