40 Meter hoch: Aufregung um Sendemast in Wohngebiet in NÖ
Anlage direkt neben der Wiener Außenringautobahn soll der Blackout-Vorsorge dienen.
Ein 42 Meter hoher Sendemast auf einem privaten Anwesen in Brunn am Gebirge (Bezirk Mödling) lässt derzeit bei Anrainern und in politischen Kreisen die Wogen hochgehen. Gegen das genehmigte Bauvorhaben formiert sich derzeit Widerstand. Unterstützt von der ÖVP versuchen einige Anrainer, den Baubescheid der Gemeinde zu bekämpfen und den Mast doch noch zu Fall zu bringen.
Errichtet werden soll die Sendeanlage auf dem Privatgrundstück einer IT-Firma nächst der Wiener Außenringautobahn. Die Autobahn liegt nur wenige Meter von der Grundgrenze entfernt, auf der die Sendeanlage gebaut werden soll.
Verantwortlich dafür zeichnet Unternehmer Alexander Biringer, der erklärt, dass es sich nicht um kein „profitorientiertes Handymast-Projekt“ handelt. Stattdessen soll die Anlage im Falle eines Blackouts eine Notversorgung für den Katastrophenschutz in der Gemeinde darstellen.
Ursprünglich war der Standort auf einem der Asfinag-Überkopfwegweiser auf der Autobahn angedacht. „Die Verlegung wurde rein durch neue Bundesvorgaben und die NIS2-Richtlinie erzwungen. Wer dieses Projekt zu Fall bringt, gefährdet nicht nur einen lokalen Betrieb, sondern die digitale Sicherheit und Krisenvorsorge unserer Gemeinde“, erklärt Biringer.
ÖVP-Gemeindeparteiobmann Oliver Prosenbauer macht sich aktuell für die Projektgegner stark. Einwände von Anrainern, wonach sich der Mast nicht in das Ortsbild einfüge und die Wohnqualität beeinträchtige, seien im Genehmigungsverfahren abgewiesen worden.
„Stellen Sie sich vor, Ihr Nachbar errichtet plötzlich einen 45 Meter hohen Sendemast in seinem Garten - mitten in einer ruhigen Einfamilienhaussiedlung. Genau dieses Szenario droht nun in Brunn am Gebirge“, kritisiert Prosenbauer vor allem die Dimension des Sendemastes.
Später Besuch beim Bürgermeister
Zahlreiche Anrainer haben Unterschriften gesammelt und einen weiteren Einspruch gegen das Projekt eingebracht. „Sie sind Montagabend um 20.30 Uhr an meiner Wohnadresse gestanden und haben mir Unterlagen übergeben. Das hat es zuvor auch noch nicht gegeben“, erklärt SPÖ–Bürgermeister Andreas Linhart. Als Bauinstanz könne er die Anlage nur nach den Rechtsvorschriften beurteilen, menschlich sei es aber nachvollziehbar, dass die Anrainer wenig Freude damit haben.
Für die ÖVP ist klar, dass ein derart hoher Sendemast weder in ein Wohngebiet passt noch den Anrainern zugemutet werden kann. „Wir stehen an der Seite der Bürgerinitiative und werden alle rechtlichen und politischen Möglichkeiten ausschöpfen, um dieses Vorhaben zu verhindern“, sagt Prosenbauer.
„Projekt für die Allgemeinheit“
Der Bauwerber selbst kann die Aufregung nicht nachvollziehen. Es handle sich um keine ruhige Wohngegend, wie argumentiert werde. „Wir haben eine 9 Meter hohe Lärmschutzwand der Autobahn. Bei schlechten Windverhältnissen haben wir 110 Dezibel Autobahnlärm im Garten“, erklärt der IT-Techniker.
Der Mast diene als Notversorgung für den Katastrophenschutz. „Es ist also ein Projekt für die Allgemeinheit.“ Alle Gutachten - über 150 Seiten - seien im Vorfeld positiv ausgefallen.
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