Der Kokainfund bei einer Razzia in Malaga

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Chronik Niederösterreich
07/11/2019

Sechs Tonnen Kokain: Drogenboss am Flughafen Wien verhaftet

International gesuchter 41-Jähriger aus Costa Rica soll Drahtzieher eines riesigen Kokain-Deals in Spanien gewesen sein.

von Johannes Weichhart, Patrick Wammerl

Die Reise hatte sich ein 41-Jähriger aus Costa Rica sicher anders vorgestellt. Als die Maschine vergangene Woche in Wien-Schwechat landete, hatten Fahnder den mutmaßlichen Drogendealer bereits ins Visier genommen. Ermittler des nö. Landeskriminalamtes nahmen den 41-Jährigen schließlich noch am Flughafen fest, als er gerade seinen Anschlussflug erreichen wollte.

„Sie sind ihm glücklicherweise dazwischen gekommen“, bestätigt Vincenz Kriegs-Au vom Bundeskriminalamt entsprechende KURIER-Informationen. Wie die Sprecherin der Staatsanwaltschaft Korneuburg, Doris Demler, hinzufügt, wurde der Verdächtige von den spanischen Ermittlern bereits per Europäischem Haftbefehl gesucht. „Er wurde in Schwechat festgenommen und sitzt bei uns in Korneuburg in Übergabehaft“, berichtet Demler.

Drogen in Bananenkisten versteckt

Der Verdächtige soll in einem der größten Kokain-Deals Spaniens als Drahtzieher fungiert haben: Die Drogen waren in einem Industriegebiet in Málaga in Bananenkisten aus Costa Rica versteckt. Die Einfuhr der vermeintlichen Früchte aus Südamerika entpuppte sich jedoch als riesiger Drogen-Schmuggel. Die Ware sei für den europäischen Markt bestimmt gewesen. Mehrere Personen wurden verhaftet, auch Waffen und Geld beschlagnahmt.

Wie spanische Medien im Oktober berichteten, waren internationale Ermittler der Bande bereits mehr als ein Jahr lang auf den Fersen. Portugiesische und US-amerikanischen Fahnder waren ebenso beteiligt wie die spanische Polizei. Noch vor dem Fund in Málaga hatten spanische Ermittler einen ähnlichen Erfolg gelandet. Sie beschlagnahmten beinahe 9 Tonnen Kokain in einem Container mit Bananen im Hafen von Algeciras im Süden Spaniens.

Auslieferung beantragt

Die spanischen Behörden haben die Auslieferung des Tatverdächtigen beantragt. In den kommenden Wochen soll das Landesgericht in Korneuburg darüber entscheiden. Solange bleibt er in Österreich in Justizgewahrsam.