Schlangenbiss: Lebensgefahr gebannt

Der von einer Buschviper gebissene Tierpfleger Houman D. konnte gerettet werden - obwohl es kein Gegengift gibt.

Ein bisschen schlimmer als ein Bienenstich" sehe die Wunde am linken Zeigefinger des 39-jährigen Tierpflegers Houman D. mittlerweile aus. Der Niederösterreicher aus dem Bezirk Zwettl wurde, wie berichtet, am Freitagnachmittag von einer afrikanischen Buschviper gebissen. Das Schlangengift hemmt die Blutgerinnung, was unbehandelt innerhalb von zwei Stunden zum Tod führen kann.

Wegen Nebels konnte Houman D. nicht ins Spital nach St. Pölten gebracht werden. Ein Notarzthubschrauber flog den Verletzten daher ins Krankenhaus der Barmherzigen Brüder in Linz. Der Patient ist mittlerweile außer Lebensgefahr. "Es geht ihm den Umständen entsprechend gut", sagt der behandelnde Arzt Thomas Steinmaurer.

In Rücksprache mit der Vergiftungszentrale in Wien stellte sich heraus, dass es für das Gift der sehr seltenen Schlange kein Antiserum gibt. Um innere Blutungen oder ein Absterben des Gewebes zu verhindern, wurden D. Blutgerinnungsmittel verabreicht.

Intensivstation

Finger und Arm seien stark geschwollen, mit Spätfolgen sei jedoch nicht zu rechnen. "Der Patient wirkt sehr entspannt. Als erfahrener Tierpfleger sind Unfälle wie diese für ihn nicht weiter tragisch", sagt Steinmaurer. Bis Montag bleibt D. noch auf der Intensivstation, in ein paar Tagen darf er wieder nach Hause, wenn alles gut geht.

Schlangenexperte Hans Esterbauer aus Steyr kennt die Risiken im Umgang mit Giftschlangen: "Beim Umsiedeln und Füttern sollte man immer zu zweit sein. Schlangen sind an sich nicht aggressiv. Fühlen sie sich aber bedroht, kann es schnell zu Angriffen kommen."

Houman D. ist ein erfahrener Tierpfleger, er arbeitet seit sieben Jahren in der Import- und Export-Tierhandelsfirma im Waldviertel. Der Unfall dürfte aus Unachtsamkeit passiert sein.

( Kurier ) Erstellt am 05.12.2011