Auf der Schallaburg geht's zurück in die 80er

"80er - Grenzen waren gestern" heißt die neue Ausstellung auf der Schallaburg. Geöffnet hat sie ab heute, Samstag. Eine Reise zurück in eine Zeit des Aufbruchs.
Das Plakat zur Ausstellung.

Sehenswert ist sie, diese 51. Ausstellung im 53. Ausstellungsjahr auf der Schallaburg. Da gibt's Zeiträume, Erinnerungsräume und Themenräume. Und alle sind sie voll mit Bekanntem - für jene, die die 80er Jahre erlebt haben. Schräge Dinge gibt's da zu sehen wie Telefone mit Wählscheiben, längst vergessene wie alte Interrail-Tickets oder Glücks-Flöhe.

Auch Möbel - die ersten von Ikea in Österreich. Kleidung wie Bundfaltenhosen und Blazer mit fetten Schulterpolstern. Walkman mit recht unpraktischen Kopfhörern; mit den Dingern hatte man erstmals Musik ganz nah dabei. Und eine ganze Wand voller Bravo-Poster, mit denen viele 80er-Kids ihre Zimmer tapeziert haben.

Bravo-Poster

Eine Wand voller Bravo-Poster.

Ein Jahrzehnt voll Krieg und Frieden

Kuratorin Martina Zervonik und die Gestalter Thomas Untersweg und Christina Zettl vom BUERO14A haben hier mit scharfem Blick aufs Detail eine bunte Schau über die sehr bewegten 80er Jahre zusammengestellt.

Der Titel "Grenzen waren gestern" wird auf der Schallaburg auch politisch interpretiert. Da gab's den Kalten Krieg, den Eisernen Vorhang, die Berliner Mauer und all das wurde befriedet, zu Fall gebracht, revolutioniert. Es war ein Jahrzehnt des Aufbruchs: modisch, musikalisch und vor allem gesellschaftlich.

Bruderkuss.

Bruderkuss

Hainburg, Aids und Punk

Es war das Jahrzehnt, in dem in Österreich gegen Hainburg protestiert wurde - und in dem Hainburg verhindert wurde. In dem in Tschernobyl der erste Supergau passierte. In dem es die ersten Aidskranken gab und in der Folge große gesellschaftliche Diskussionen um Sexualität.

Und das Jahrzehnt, in dem sich musikalisch mehr tat, als in den folgenden Jahrzehnten zusammen: Punk, New Wave, Falco, Queen, Nena, und viele mehr.

Eine sehr persönliche, fast private Atmosphäre schaffen die Gegenstände, die 150 private Leihgeber zur Verfügung gestellt haben: Bilder, Kleidung, Kassettenrecorder und vieles mehr.

Kuratorin und Gestalter

Gestalter Thomas Untersweg und Kuratorin Martina Zerovnik

Aufgeteilt ist die Schau in 17 Ausstellungsräume, die sich zu einem Rundgang durch die 80er, beginnend mit 1980 und endend mit 1989, zusammenfügen.

"Man soll sich durch die 80er bewegen, ohne dass sie nachgebaut sind", sagt Kuratorin Martina Zervonik. "Ich wollte keine Kulissen bauen, wie auf einer Bühne." Die einzelnen Themenbereiche werden nicht isoliert präsentiert: Kultur ist neben Privatem ist neben Politik. "Wir zeigen, wie es halt im Leben ist, vieles nebeneinander. Das soll auch ein Gesamtgefühl, eine Stimmung vermitteln."

Mitmachstation: Wie klangen die 80er?

Mitmachstation: Wie klangen die 80er?

Wie klangen die 80er?

Zum Mitmachen, Angreifen und auch Mitraten werden Besucher und Besucherinnen eingeladen: Da können Platten aufgelegt werden (ja, Vinyl!), es gilt, Geräusche aus den 80ern zu erraten - vom Mopedgeräusch bis zum Getippe auf der Tastatur einer Telefonzelle. In der Silent Disco kann man mit aufgesetzten 80er-Kopfhörern tanzen oder sich mit 80er-Utensilien in der Fotobox fotografieren.

"Ich wünsche mir, dass sich die Leute wohlfühlen", sagt Kuratorin Zervonik. "Ich wünsche mir auch, dass sie vielleicht ein bisschen kritischer hinausgehen."

Vorher sollte man jedenfalls hinkommen - "80er - Grenzen waren gestern" ist bis 15. November zu sehen.

Mehr Infos auf www.schallaburg.at

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