© Johannes Weichhart

Chronik Niederösterreich Sankt Pölten
01/26/2021

Zuhälterei, Drohungen: Ex-SPÖ-Politiker aus NÖ vor Gericht

Der Angeklagte soll einen Fake-Account im Internet erstellt und so Frauen angesprochen haben. Es gibt noch weitere Vorwürfe.

von Johannes Weichhart

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Er galt als Aufdecker von Neonazis und deren Machenschaften, einige seiner Tätigkeiten führten sogar zu Gerichtsverfahren. Am Dienstag saß ein 27-jähriger Ex-SPÖ-Politiker aus dem Mostviertel in Niederösterreich selbst auf der Anklagebank am Landesgericht St. Pölten. Der Vorwurf: Der Mann soll Frauen der Prostitution zugeführt haben, auch von Drohungen und Nötigung ist die Rede. Eines der Opfer war sogar noch minderjährig.

Fake-Account

Der Angeklagte, der sich teilweise schuldig bekannte, hatte viel zu erzählen. Auf die Idee ins (illegale) Rotlicht-Geschäft einzusteigen, sei er auf einem Parkplatz in Amstetten gekommen. Er selbst sei auf der Suche nach Sex gewesen und habe dabei beobachtet, wie Frauen zu dem Platz gebracht und in andere Autos gestiegen sind. "Es war auch immer ein Aufpasser in ihrer Nähe", erzählte der 27-Jährige.

Daraufhin erstellte der mittlerweile arbeitslose Mostviertler einen Fake-Account auf Instagram, wo er Frauen das große Geld versprach. Dass er damit jene, die ihn angeschrieben hatten, in die Irre führen wollte, bestreitet er allerdings. "In den Chats habe ich ihnen erklärt, dass es sich um Sex-Treffen handelt."

"Hatte den Wahn, dass ich supercool bin"

Die Richterin wies darauf hin, dass eine Interessentin sogar noch minderjährig gewesen sei. "Das hat sie mir nicht erzählt", so der Angeklagte.

9.000 Euro habe er durch seine Geschäfte eingenommen, so der Ex-Politiker. Laut Berechnungen durch Ermittler des Landeskriminalamtes Niederösterreich dürfte es aber wesentlich mehr Geld gewesen sein. Im Laufe der Verhandlung wird der Betrag von 24.000 Euro genannt.

"Ich hatte den Wahn, dass ich damit supercool bin", sagte der Mann. Mit einem Mercedes fuhr er durch die Gegend, machte auf großen Zuhälter.

Der 27-Jährige soll laut Anklage die Frauen aber auch unter Druck gesetzt haben, drohte unter anderem mit der Veröffentlichung eines Sex-Videos. "Ich habe immer darauf geschaut, dass ich mich mit den Frauen gut verstehe", entgegnet der ehemalige Polit-Funktionär. Der Prozess wurde vertagt.

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