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Chronik Niederösterreich Sankt Pölten
06/22/2021

Städtevergleich: Grundstücke in St. Pölten am billigsten

Auch gebrauchte Eigentumswohnungen im Vergleich zu anderen Landeshauptstädten günstig. Grundstücks- und Wohnungspreise sind aber auch in St. Pölten gestiegen.

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Wohnen hat sich in der Coronakrise weiter verteuert. Sowohl die Immobilienpreise als auch die Mieten gingen 2020 weiter in die Höhe, wie aus dem aktuellen Immobilienpreisspiegel der Wirtschaftskammer hervorgeht. Vergleicht man die Landeshauptstädte, ist St. Pölten sowohl bei Eigentumswohnungen, als auch bei Grundstücken um einiges günstiger als die anderen Städte. 

Eigentum verteuerte sich gegenüber 2019 im bundesweiten Schnitt zwischen 3,7 Prozent (Reihenhäuser) und 4,6 Prozent (gebrauchte Eigentumswohnungen); Baugrundstücke wurden um 7,5 Prozent teurer, freie Mieten stiegen um nur 1,7 Prozent.

Quadratmeter im Schnitt 140 Euro 

Baugrundstücke waren in Österreich 2020 um durchschnittlich 303 Euro je Quadratmeter zu haben, im Jahr davor waren es erst 281,97 Euro gewesen. Bei den Preisen gibt es jedoch große Abweichungen. So waren in St. Pölten im Schnitt 140 Euro zu bezahlen, in Innsbruck und Salzburg wiederum lagen die Quadratmeterpreise über 1.000 Euro. 

Grundstückspreis in St. Pölten am günstigsten 

Über alle Landeshauptstädte hinweg gab es allerdings große Steigerungen bei den Grundstückspreisen zwischen 6,3 Prozent (Bregenz) und 10,6 Prozent (Innsbruck). Der bisherige Spitzenreiter Salzburg mit 1.002,40 Euro (plus 6,4 Prozent) wurde von Innsbruck mit 1.012,20 Euro überholt.

Wien liegt "nur" auf Platz drei mit im Schnitt 728,50 Euro (plus 9,7 Prozent). "Das ist aus dem Bezirksmix entstanden", erklärte der WKÖ-Immobilienexperte und verwies dabei auf Preise in Höhe von 2.200 Euro pro Quadratmeter für Grundstücke im 19. Bezirk (Döbling).

Am billigsten waren die Grundstücke im Vergleich der Landeshauptstädte in St. Pölten mit 138,50 Euro, bei einer allerdings sehr deutlichen Steigerung von 9 Prozent. Das sei "auch eine Auswirkung des Zuzugs zum Land, wo auch Infrastruktur gesucht ist".

Platz 7 bei Eigentumswohnungen 

Im österreichweiten Schnitt waren im ersten Coronajahr 2020 für eine gebrauchte Eigentumswohnung 1.831,22 Euro pro Quadratmeter zu bezahlen - das waren um 4,6 Prozent mehr als 2019. Wohnungen im Erstbezug kosteten 2.888,54 Euro pro Quadratmeter und somit um 4,2 Prozent mehr. Der Preis für Reihenhäuser ging um 3,7 Prozent auf 1.873,06 Euro nach oben, jener für Einfamilienhäuser um 4,5 Prozent auf 2.042,94 Euro pro Quadratmeter.

In St. Pölten verteuerten sich gebrauchte Eigentumswohnungen um 4,1 Prozent auf durchschnittlich 1.656 Euro. Die niederösterreichische Landeshauptstadt liegt damit auf dem 7. Platz der durchschnittlichen Kosten pro Quadratmeter für eine Eigentumswohnung.

Die Zahl der Immobilientransaktionen stieg im Jahresabstand um über 3 Prozent auf rund 120.000, davon entfielen etwa 52.000 auf den Verkauf von neuen und gebrauchten Eigentumswohnungen und 20.000 auf Baugrundstücke. Insgesamt gesehen seien die Einkommen im Vorjahr gleichgeblieben und die Sparguthaben gestiegen - "ein wesentlicher Teil dieses Geldes geht in Immobilien, bei gleichzeitig großzügiger Kreditvergabe durch die Banken", sagte der Wiener Fachgruppenobmann Michael Pisecky. Die Nachfrage sei stark. Gleichzeitig gebe es die Möglichkeit, eine günstige Finanzierung zu bekommen.

Eigener Raum für Homeoffice 

"Es war ein besonderes Jahr - ein Jahr der Pandemie, des Homeoffice, der Ausgangsbeschränkungen. Entsprechend war der Wunsch nach Wohnen einer Veränderung unterworfen", betonte Georg Edlauer, Obmann des Fachverbands der Immobilien- und Vermögenstreuhänder in der WKÖ. 

"Jeder hat ein Zuhause, aber die wenigsten sind darauf ausgerichtet, dort ein Office zu betreiben." Es seien größere Wohnungen mit einem Extraraum gesucht worden, "damit man nicht den Esstisch freiräumen muss am Abend". Auch der Wunsch nach Freiflächen wie Balkon, Terrasse oder eigenem Garten habe sich verstärkt.

"Was im Umkreis der Ballungszentren noch zu bemerken war: Dieser Radius ist gegenüber dem Vorjahr nochmal gewachsen." Dies sei wohl zum einen den günstigeren Preisen geschuldet, wenn man noch einmal 15 Minuten weiter fahre, zum anderen der Annahme, dass Homeoffice weiterhin einen Stellenwert haben werde. "Durch die Pandemie ist das Wohnen sehr viel wichtiger geworden", bekräftigte Pisecky.

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