En Holzbock-Weibchen auf der Suche nach Nahrung.

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Chronik Niederösterreich Sankt Pölten
06/17/2021

Langes Warten auf Zeckenimpfung in St. Pölten sorgt für Unmut

Eineinhalb Stunden wöchentlich verteilt die Stadt FSME-Impfungen, was auf Unverständnis stößt. Das Gesundheitsamt stellt sich nun gegen die Vorwürfe.

von Sophie Seeböck

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Neben dem Landesimpfzentrum am VAZ Gelände, können sich St. Pöltnerinnnen und St. Pöltner momentan auch im Saal der Begegnung am Gewerkschaftsplatz immunisieren lassen. Zwar nicht gegen das Coronavirus, aber gegen die von Zecken übertragene virale Infektionskrankheit "Frühsommer-Meningoenzephalitis" (FSME). 

Jeden Montag von 8:30 bis 10 Uhr immunisiert das städtische Gesundheitsamt dort ohne Voranmeldung die Bürgerinnen und Bürger. Diese kurze Zeitspanne sorgt aber nun für Unmut bei der Bevölkerung.

Ohne Impfung wieder heim

Laut einer Leserin komme es jede Woche zu langen Wartezeiten, wie sie es selbst am vergangenen Montag erlebt habe. Da sich bereits um 9:15 Uhr eine lange Schlange gebildet hatte, stellte sie sich erst um 9:45 Uhr an, wobei auch dann noch die Menschen bis zum Straßenende anstanden. 

Nachdem sie um 10:30 Uhr erst bei der ersten Stufe zum Saal angekommen war, musst sie ihren Platz aufgeben, da sie ihre Enkelin von der Volksschule abholen musste. "Jede Menge Leute waren verärgert", schrieb die St. Pöltnerin danach dem KURIER. "Ich finde es eine Zumutung, dass man eine normale Impfung in einer Landeshauptstadt an nur einem Tag und nur für eineinhalb Stunden ansetzt."  

Da ihr nichts anderes übrig geblieben sei, ließ sich die Leserin daraufhin kostenpflichtig beim Hausarzt immunisieren. Sie fordert eine Aufstockung des Personals, "denn es gibt sicher genug Menschen, die vielleicht gehbehindert sind und nicht so lange warten können oder es ganz bleiben lassen, weil sie privat für die Impfung nicht zahlen können."

Ausnahmesituation und Rückstau

Im städtischen Gesundheitsamt trifft diese Beschwerde auf Unverständnis, denn eine Situation wie die geschilderte sei "eine absolute Ausnahme, nicht planbar und ohnedies für das Personal vor Ort eine große Herausforderung". So seien an besagtem Tag über 180 Personen zur Impfung gekommen. "Das führt natürlich zu gewissen Wartezeiten.

Da aufgrund der Corona-Pandemie für einen längeren Zeitraum keine öffentlichen Impfaktionen möglich waren, ergibt sich ein Rückstau", heißt es seitens der Stadt. Auf eine Terminvergabe im Vorfeld verzichte man bewusst, "um einen möglichst niederschwelligen Zugang anbieten zu können".

Generell gibt das Gesundheitsamt zu bedenken, dass aufgrund der Corona-Abstandsregeln der Wartesaal im Gesundheitsamt zu klein sei und man "bei jeder Impfaktion mit Impfstoffen, Gebrauchsmaterialen und EDV-Ausrüstung in den Saal der Begegnung übersiedeln muss, was aktuell einen erheblichen zusätzlichen Personal-, Zeit- und Logistikaufwand bedeutet." Zusätzlich müsse man bei der Termingestaltung die freien Kapazitäten im Saal der Begegnung berücksichtigen, da dieser auch anderweitig genützt werde.

Fast 7.000 Impfungen

Das Impfangebot, bei dem Kunden zuvor per SMS über eine ausstehende Auffrischung informiert werden, habe sich über zwei Jahrzehnten bewährt. So werden jährlich durchschnittlich fast 7.000 Impfungen durchgeführt. Heuer waren es innerhalb von 13 Tagen über 1.000 FSME-Immunisierungen. Man bemühe sich auch in Härtefällen, wie etwa bei Problemen mit Abstand zur Corona-Impfung oder dringenden Fernreisen Einzel-Impftermine direkt im Gesundheitsamt zu vereinbaren.

"Natürlich kann jede Person eine Impfung beim niedergelassenen Hausarzt – mit höherem Kostenaufwand – in Anspruch nehmen", heißt es seitens der Stadt abschließend.

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