© Katrin Grubner

Chronik Niederösterreich Sankt Pölten
04/25/2021

Corona-Pandemie lässt Lieferdienste boomen

Mehrere Lockdowns und Quarantäne schaffen Arbeitsplätze auf zwei Rädern. Ein Fahrradkurier berichtet wie die Pandemie sein Geschäft verändert hat.

von Anna Perazzolo, Laura Schrettl

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Das leise Rattern der Pflastersteine unter den Rädern verrät, dass sie sich ganz in der Nähe befinden. Bereits seit einigen Jahren gehören sie zum Stadtbild von St. Pölten – die Fahrradkuriere. Auch für sie war das vergangene Jahr kein normales Jahr.

Veränderungen gab es vor allem bei den Auftraggebern, erklärt Andreas Grubner, Gründer von „Der Fahrradkurier“. Bereits seit 2015 erledigen die Fahrer von Grubner Botendienste mit dem Drahtesel in St. Pölten.

Quarantäne und warme Mahlzeiten

Die Aufträge reichen von Christbaumlieferungen, über Zustellungen von Mietverträgen samt Schlüsseln, bis hin zu einfachen Briefen von Büro zu Büro oder warmen Mahlzeiten. „Seit Ausbruch der Pandemie berühren wir aber vermehrt auch den privaten Sektor“, so Grubner.

Besonders während des Lockdowns haben Lieferungen von warmen Mahlzeiten und die Zustellung von Einkäufen besonders für alte oder sich in Quarantäne befindende Menschen stark zugenommen.

Für die „Die Greißlerei 2.0“ beispielsweise tätigte „Der Fahrradkurier“ im ersten Lockdown vier- bis fünfmal so viele Lieferungen wie gewohnt. Durch die Pandemie ging aber auch ein wichtiges Standbein verloren, so Grubner. Normalerweise würden sie Drucke aller Art verteilen. Da aber keine Veranstaltungen stattfinden, müssen auch keine Flyer oder Plakate verteilt werden.

Neue Stoßzeiten

Nicht nur die Auftraggeber, auch die Lieferzeiten haben sich seit der Pandemie verändert. „Die zeitigen Sachen haben abgenommen. Mittag ist zwar immer noch Mittag, aber niemand braucht mehr ganz früh was im Büro“, schildert Grubner. Dafür gebe es nun aber abends häufiger Aufträge.

„Der Fahrradkurier“ ist in St. Pölten aber nicht der einzige Kurierdienst, der seine Aufträge auf Rädern ausliefert. Auch die zwei Essenslieferanten „Lieferando.at“ und „Mjam“ bieten ihre Lieferdienste in der Landeshauptstadt an. Bei „Mjam“, das in St. Pölten Essen von 62 Lokalen ausliefert, haben sich durch die Pandemie ebenfalls die Lieferzeiten verändert.

Während die Hauptbestellzeit vorher vor allem am Wochenende und abends war, so habe sich das Bestellvolumen um die Mittagszeit um rund zehn Prozent erhöht. Zudem habe sich das Bestellaufkommen vom Wochenende hin zu den Werktagen verschoben.

Besonders während der beiden Lockdowns 2020 sei zur Mittagszeit viel bestellt worden – im Lockdown im Herbst sogar noch etwas mehr. Als möglichen Grund nennt das Unternehmen, dass im Frühling noch mehr Menschen zu Hause gekocht haben. Und dass das vermehrte Arbeiten im Homeoffice im Herbst, die Bestellungen zur Mittagszeit erhöht hatte.

In ganz Österreich gäbe es laut dem Unternehmen im Vergleich zum März des Vorjahres 140 Prozent mehr Anmeldungen auf der Plattform.

Mehr Fahrradkuriere

Dadurch ist natürlich auch die Zahl an Fahrradkurieren gestiegen. In St. Pölten sind im Vergleich zum März des vergangenen Jahres um 55 Prozent mehr „Mjam“-Fahrer unterwegs.

Um die vermehrten Aufträge stemmen zu können, hat auch Grubner im Herbst einen weiteren Fahrradkurier eingestellt. Nun besteht das Team aus vier Personen. Bald soll ein zweites Lastenrad dazukommen, damit noch mehr Pakete ausgeliefert werden können.

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