Chronik | Niederösterreich
25.05.2018

Sanierung eines Weges bedroht Zieselpopulation

Die Bezirkshauptmannschaft prüft nun, ob der Weg tatsächlich saniert werden darf oder nicht.

Dass Wege und Straßen rund um Schönkirchen-Reyersdorf, im Bezirk Gänserndorf, immer wieder durch die OMV saniert werden, ist nicht ungewöhnlich. So sollte dies auch am Donnerstag bei einem Weg in der Nähe der Schottergrube in Schönkirchen passieren. Was die Gemeinde und auch die OMV nicht gewusst haben soll: Entlang des Weges soll es eine Zieselkolonie geben. „Mir war nicht bekannt, dass es dort Ziesel gibt und darum gab es auch keine Bedenken, dass dieser Weg saniert wird“, erklärt Schönkirchen-Bürgermeister Peter Hofinger von der gleichnamigen Liste.

Nötig war die Sanierung, weil die OMV in diesem Gebiet Untersuchungen durchführte und dadurch die Wege beschädigte. „Die OMV hat sich dazu verpflichtet, diese Schäden wieder zu beseitigen“, berichtet Hofinger.

Bauarbeiten gestoppt

Die Bürgerinitiative Schönkirchen und die Grünen Gänserndorf setzten alle Hebel in Bewegung, um noch am Donnerstag die Sanierungsmaßnahmen zu stoppen. „Unwissenheit des Bürgermeisters rechtfertigt die Arbeiten trotzdem nicht. Darum haben wir auch alles getan, um sie zu verhindern“, erklärt Grünen-Bezirkssprecherin Beate Kainz.

Der Gänserndorfer Bürgermeister Rene Lobner, auf dessen Gemeindegebiet ebenfalls ein Teil des Weges liegt, wurde erst nach Beginn der Arbeiten informiert. „Wir sind nicht erfreut über diese Vorgangsweise und haben bei den Verantwortlichen deponiert, dass das nicht geht. Wenn auf unserem Gebiet gebaut wird, muss man uns informieren“, erklärt Lobner.

Die Bezirkshauptmannschaft ordnete einen Baustopp an und prüft am Montag, ob der Weg saniert werden darf. Sollte die Sanierung verhindert werden, ortet Hofinger neue Probleme: „Dann muss der Weg gesperrt werden. Denn es wäre für Fußgänger und Radfahrer zu gefährlich. Und auch die Landwirte könnten nicht mehr über den Weg zu ihren Feldern fahren.“