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Rettungsring benötigt: Bildungsministerium soll für Bäder zahlen

Städte fordern Unterstützung bei Hallenbad-Finanzierung. Die Energiefresser reißen Löcher ins Budget der Kommunen.
Zwei Männer im Anzug halten einen Rettungsring am Beckenrand eines Hallenbads, im Hintergrund schwimmen Menschen.

Das Problem ist hinlänglich bekannt und trifft viele Gemeinden. Der Betrieb eines Hallenbades gehört für viele Kommunen mittlerweile zum Luxus. Aufgrund massiv gestiegener Energie- und Lohnkosten sind Bäder für die meisten Gemeinden ein Verlustgeschäft.

Vor diesem Hintergrund gibt es nun einen Vorstoß aus NÖ und der Steiermark. Durch einen Schulterschluss von zwei Städten wird nun erstmals das Bildungsministerium in die Pflicht genommen.

Ein großes Hallen-Schwimmbecken mit mehreren Bahnen, breiten Fenstern und Startblöcken am Beckenrand.

Das Neunkirchner Hallenbad hat zuletzt 450.000 Euro Abgang verursacht.

Fast die Hälfte der Besucher sind Schüler

Am Freitag haben die Stadtchefs von Neunkirchen und Mürzzuschlag einen offenen Brief an Bildungsminister Christoph Wiederkehr (Neos) unterzeichnet. Darin fordern sie die finanzielle Unterstützung des Ministeriums für die Gemeinden. Das Hallenbad Neunkirchen besuchen jährlich rund 25.000 Schülerinnen und Schüler im Rahmen des Sportunterrichts. Das ist beinahe die Hälfte der 53.000 Gesamtbesucher.

Auch in der Stadt Mürzzuschlag ist es ähnlich. Wie Neunkirchens Bürgermeister Peter Teix (ÖVP) und sein steirischer Kollege Karl Rudischer (SPÖ) erklären, ist Schwimmen eine lebenswichtige Kompetenz, die vor Unfällen schützt. Daher ist es auch im Lehrplan verankert. Ein zentraler Faktor für funktionierendes Schulschwimmen sei die Infrastruktur.

Teure Infrastruktur

„Es kann nicht sein, dass das Bildungsministerium Schwimmstunden vorschreibt, die aufwendige Infrastruktur aber zur Gänze von Kommunen finanziert werden muss“, so die Stadtchefs. Neunkirchen machte mit dem Bad zuletzt 450.000 Euro Minus im Jahr, in Mürzzuschlag waren es sogar 680.000 Euro Abgang.

Auch das Umland profitiert

In beiden Städten reicht die Bedeutung des Schulschwimmensweit über die Stadt- und Bezirksgrenzen hinaus“, erklären die Bürgermeister. In Neunkirchen nutzen nicht nur sieben Schulen aus der Stadt, sondern darüber hinaus noch 48 weitere Bildungseinrichtungen aus den Bezirken Neunkirchen und Wiener Neustadt das Hallenbad.

Im steirischen Mürzzuschlag stellt sich die Lage ähnlich dar: Neben den Pflicht- und höheren Schulen und Kindergärten der Stadt, reicht das Einzugsgebiet mit weiteren elf Institutionen sogar über die Landesgrenze bis ins südliche Niederösterreich.

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