Renaturierungsoffensive: SPÖ bringt Antrag im Landtag ein
Kerstin Suchan-Mayr, Umweltsprecherin und Sven Hergovich, Landesparteiobmann der SPÖ präsentierten eine Renaturierungs-Offensive.
Die SPÖ Niederösterreich fordert eine umfassende Renaturierungsoffensive. Angesichts des heißesten Sommers seit Beginn der Messungen müsse das Land rascher handeln, um sich auf die Folgen des Klimawandels vorzubereiten, betonten Umweltsprecherin Kerstin Suchan-Mayr und SPÖ-Landesparteivorsitzender Sven Hergovich. Im Mittelpunkt stehen dabei Flüsse und Bäche, denen wieder mehr natürlicher Raum gegeben werden soll.
Wesentlicher Beitrag zur Kühlung
„Wir sprechen nicht nur über ein Naturschutzthema“, betonte Suchan-Mayr. Die zunehmende Hitze habe Auswirkungen auf das Leben, die Gesundheit, die Umwelt und die Natur. Gerade die Wetterereignisse der vergangenen Jahre zeigten, wie wichtig Renaturierung sei. Natürliche Beschattung entlang von Gewässern könne einen wesentlichen Beitrag zur Kühlung des Gewässers und der Umgebung leisten.
Begradigte und seichte Flüsse trockneten leichter aus. Auch bei großen Flüssen würden sinkende Pegelstände die Qualität der Ökosysteme verschlechtern. „Gewässer leiden wie Menschen und Tiere“, so Suchan-Mayr. Naturnahe Gewässer mit ausreichend Uferbeschattung seien hingegen robuster. Bei Starkregen- und Hochwasserereignissen würden renaturierte Gewässer die Auswirkungen auf die Umwelt außerdem mildern.
Keine Mittel im Doppelbudget
„Wir werden Starkregen und Hochwasser nicht verhindern können. Aber wir müssen vorbereitet sein“, so Suchan-Mayr. Klassischer Hochwasserschutz und Renaturierung müssten gemeinsam gedacht werden. Als Beispiele nennt sie Projekte am Erlabach, in St. Valentin und an der Pielach. In St. Valentin wurden unter anderem ein Bachzugang erweitert und eine Klimaoase geschaffen. Solche Projekte seien „keine Naturromantik, sondern eine Notwendigkeit“.
Suchan-Mayr kritisiert, dass im niederösterreichischen Doppelbudget 2027/2028 keine entsprechenden Mittel für die Umsetzung der EU-Vorgaben zur Renaturierung vorgesehen sind: „Unsere Gemeinden sind bereit, Projekte umzusetzen. Aber Renaturierung kostet Geld – für Planung, Grundstücke und bauliche Maßnahmen. Das können viele Gemeinden nicht alleine stemmen. Wer mehr Hochwasserschutz, Klimaanpassung und Renaturierung will, muss den Gemeinden auch die finanziellen Möglichkeiten dafür geben.“
Antrag im Landtag
SPÖ-Landesparteivorsitzender Sven Hergovich verweist darauf, dass in Niederösterreich laut einer Studie des WWF 305 Flusskilometer ein hohes Wiederherstellungspotenzial aufweisen. Es hätte höchste Priorität, diese zu renaturieren. Im derzeitigen Tempo würde dies rund 50 Jahre dauern. Er fordert daher eine deutliche Beschleunigung.
Finanziert werden könnte die Offensive laut Hergovich unter anderem durch die Umschichtung von rund 50 Millionen Euro aus Doppel- und Dreifachförderungen sowie weitere 50 Millionen Euro aus dem Generationenfonds. Damit ließe sich das jährliche Renaturierungsvolumen auf rund 100 Millionen Euro erhöhen.
„Gute Politik sollte nicht auf die nächste Tragödie warten, sondern sich vorbereiten“, sagt Hergovich. Die SPÖ will dazu einen Antrag im Landtag einbringen und appelliert an alle Parteien, jetzt zu handeln. Zudem soll es Gespräche mit allen Parteien geben.
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