Die Tage des Freibades Reichenau sind nach 100 Jahren gezählt 

© Flackl Wirt

Chronik Niederösterreich
05/13/2021

Reichenau im Krisenmodus: Aus für Festspiele und das Bad

Betreiberfamilie Flackl sperrt das Traditionsfreibad nicht mehr auf. Die Gemeinde hat schon rosigere Zeiten erlebt

von Patrick Wammerl

Für gewöhnlich ist Reichenau wegen der Kultur, dem Sommertourismus und der malerischen Landschaft in aller Munde. Derzeit überwiegen aber eher die Negativ-Schlagzeilen. Nachdem vergangene Woche bekannt wurde, dass die Sommer-Festspiele auch 2021 abgesagt sind, gibt es nun die nächste Hiobsbotschaft. Die Marktgemeinde verliert nun auch ihr Freibad. Nach mehr als 100 Jahren endet heuer die Geschichte des Reichenauer Bades. Die bekannte Unternehmerfamilie, der auch der Gasthof und das Hotel Flackl-Wirt gehört, hat sich dazu entschlossen den Badebetrieb einzustellen. Seit man diese Entscheidung Anfang dieser Woche in den sozialen Medien öffentlich gemacht hat, gehen in der Region die Wogen hoch.

2011 hat die Gemeinde das defizitäre Bad an den Hotelier Fredi Flackl und seine Familie verkauft. Seither ist laut den Betreibern viel Energie, Herzblut und Geld in die Instandhaltung des Bades geflossen. Nach deutlichen Besucherrückgängen hat nun die Corona-Krise ihren Teil dazu beigetragen, dass die Familie nun den Badeschluss ausruft.

Personalfrage

Zuletzt war kaum noch Personal für das Badrestaurant zu finden und die neuen Herausforderungen mit Zutrittstests etc. würden die Lage heuer auch nicht einfacher machen, sagt Elisabeth Hörl, die zusammen mit ihrer Schwester den Flackl-Wirt betreibt. „Früher haben wir als Kinder nicht einmal einen Liegeplatz bekommen und jetzt ist nichts mehr los. Fast jeder hat schon ein Pool und in der Region gibt es zig andere Freibäder“, sagt Hörl.

Durch Corona habe sich vor allem die personelle Situation weiter zugespitzt und die Familie müsse sich auf den Gasthof konzentrieren. Dass man jetzt in den sozialen Medien für die Schließung angefeindet werde, ist für die Familie schwer zu ertragen. „Wenn die Leute, die jetzt laut schreien auch als Gäste gekommen wären, würden wir nicht in dieser Lage stecken“, so die Unternehmerfamilie.

Für die Marktgemeinde und Bürgermeister Johann Döller ist die Entscheidung bitter. Das Angebot einer finanziellen Stützung habe nichts geändert. Weiter betreiben wird die Gemeinde das Freibad in Edlach.

Das Gelände des Reichenauer Bades soll laut Flackl-Wirt zurückgebaut werden und im Familienbesitz bleiben. Ein Verkauf des Baugrundes komme derzeit nicht in Frage.

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