Bank im Ybbstal kauft Gebäude für geplantes Medizin-Zentrum
Litzellachner Häuser an der B121 in Kematen könnten zu einem Ärztehaus ausgebaut werden.
Sechs Wochen vor der vom Verfassungsgerichtshof angeordneten Neuwahl des Gemeinderats herrscht in Kematen an der Ybbs (Bezirk Amstetten) vordergründig politische Ruhe. Im Hintergrund regiert emsige Betriebsamkeit bei ÖVP und SPÖ rund um die wichtigsten Wahlkampfthemen.
Der Gemeinde droht zum Beispiel in den nächsten Monaten eine Hausarztnot. Diese könnte, wie der KURIER aktuell erfuhr, zumindest mittelfristig durch ein von der Raiffeisenbank Ybbstal geplantes Ärztehaus oder Primärversorgungszentrum (PVZ) abgefedert werden.
"Jetzt feiern wir Fasching und dann gibts einen kurzen Wahlkampf“, sagt ÖVP-Bürgermeisterin Juliana Günther. Dazu hat sie auch einen Brief ausgeschickt. Kematen müsse im März als einzige Gemeinde in NÖ eine Wahl bestreiten, viele würden meinen, dass diese nicht notwendig wäre, weil der Anlassfall (19 nicht rechtskonforme Wahlkarten wurden ausgestellt, Anm.) nicht groß genug war.
"Trotzdem ist die Entscheidung des Verfassungsgerichtshofs (VfGH) zu akzeptieren“, schreibt Günther und kritisiert indirekt die SPÖ wegen ihrer Wahlanfechtung. Im Brief fordert sie, mit dem Wahlkampf erst ab dem Aschermittwoch zu beginnen.
Für SPÖ-Spitzenkandidat Matthias Fischböck ist die verdeckte Kritik Günthers zur Wahlanfechtung "einfach lächerlich“. Schließlich hätte der VfGH-Entscheid einen klaren Hintergrund. Auch die SPÖ will den Fasching ausklingen lassen und einen kurzen Wahlkampf führen.
Hausärzte
Als absolutes Wahlkampfthema sieht Fischböck die drohende Ärztenot. Mediziner Christian Hinterdorfer habe schon vor mehr als zehn Jahren angekündigt, in seine Kassenpraxis nach Hiesbach zu wechseln und sein Kollege Manfred Troll erreicht im Sommer das 70. Lebensjahr. Fischböck: "Die Bürgermeisterin hätte viel früher aktiv werden müssen“.
Juliana Günther berichtet, dass Troll eventuell willens sei, auch weiterhin zu ordinieren, das sei laut Gesundheitskasse möglich. Als Zukunftshoffnung sieht sie auch den Grundstücksdeal der Raiffeisenbank Ybbstal, die die Litzellachner Villa am B121-Kreisverkehr gekauft hat und dort ein PVZ installieren wolle.
Ideen
Bankleiter Georg Berger bestätigt den Kauf: "Bei dem Kreisverkehr soll allgemein Neues entstehen. Wir haben die Idee, dass dort eine Gruppenpraxis oder ein PVZ gut passen könnte.“ Man stehe aber erst am Anfang und wolle nun Kontakt mit dem Land NÖ aufnehmen, so Berger.
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