Chronik | Niederösterreich
02/16/2019

Räuber nach Supermarktüberfall mit Geiselnahme auf der Flucht

Vier Mitarbeiter und ein Kunde wurden mit Kabelbindern gefesselt. Tätern gelang die Flucht, nach ihnen wird mit Fotos gefahndet.

Die Täter gaben sich als Kunden aus. Samstag, gegen 17.30 Uhr betraten sie die Filiale eines Supermarktes in Günselsdorf, Bezirk Baden und gustierten Scheinbar in den Regalen. Als die Mitarbeiter kurz vor 18 Uhr die Filiale zum Zusperren vorbereiteten, gingen die Männer zur Kassa.

Während des Bezahlvorgangs zückte einer der Täter eine Pistole und hielt sie dem Mitarbeiter vor die Stirn. Ihn und seine Kollegen dirigierten die Männer schließlich in ein Büro. Laut KURIER-Informationen soll sich  auch noch ein Kunde im Geschäft befunden haben, der ebenfalls bedroht wurde.

Mit mitgebrachten Kabelbindern fesselten die Räuber die fünf Opfer, sie mussten sich auf den Boden legen. Die Täter bedrohten die Geiseln mit der Pistole und forderten sie auf, den Tresor zu öffnen.

 

Laut Polizei sprachen die Männer in stark gebrochenem Deutsch und Englisch mit starkem ausländischen Akzent. Selbst die Ermittler sprechen von einem extrem brutalen Überfall. Einem Mitarbeiter gelang es dennoch, einen stillen Alarm auszulösen.

Erste Bilder vom Großeinsatz

Erste Bilder vom Großeinsatz

Erste Bilder vom Großeinsatz

Erste Bilder vom Großeinsatz

Erste Bilder vom Großeinsatz

Erste Bilder vom Großeinsatz

Erste Bilder vom Großeinsatz

Beamte der örtlichen Polizeiinspektion trafen als erste am Tatort ein. Durch eine Fensterscheibe konnten sie die Täter sowie die Geiseln in dem beleuchteten Büro sehen. Plötzlich soll einer der Räuber durch das Fenster in Richtung eines Polizisten gezielt haben. Dieser gab einen Schuss ab, verfehlte den Täter jedoch.

Während die Beamten das Gebäuse sicherten, gelang zwei der Geiseln sie Flucht. "Sie kamen rausgelaufen und wurden von den Beamten in Empfang genommen", schildert Polizei-Sprecher Raimund Schwaigerlehner.

Geisel Waffe an den Kopf gehalten

Kurz darauf kam einer der Täter aus dem Gebäude. Der Mann hatte eine Angestellte im Würgegriff und hielt ihr eine Pistole an die Schläfe. Mit der Frau als Schutzschild, ging er zu eine geparkten Wagen. Diesen konnte er jedoch nicht öffnen. Schließlich stürzte die Geisel und den Räubern, die sich kurz zurück gezogen hatten, gelang in weiterer Folge zu Fuß mit Beute in unbekannter Höhe die Flucht.

Während der Geiselnahme rückte ein Großaufgebot an Einsatzkräften an. Rund 100 Beamte sollen im Einsatz gewesen sein. Mitglieder des Sondereinsatzkommandos Cobra durchsuchten anschließend den Supermarkt sowie die Umgebung. Während des Einsatzes musste auch die B17 gesperrt werden.

Bei dem Raubüberfall wurde niemand verletzt. Die fünf Opfer erlitten allerdings einen schweren Schock und wurden entsprechend betreut.

Spur bis zu Acker verfolgbar

Bei der sofort eingeleiteten Fahndung suchten mehrere Diensthundestreifen sowie ein Hubschrauber nach den Tätern. Doch bisher vergebens. Ein Spürhund konnte die Spur der Männer über ein Firmenareal bis zu einem angrenzden Acker verfolgen, wo die beiden in ein Auto gestiegen sein dürften. Eine Alarmfahndung verlief zunächst ergebnislos. Auch am Sonntag wurde in Niederösterreich sowie im Burgenland nach den Tätern gesucht. Sonntagmittag veröffentlichte die Polizei Fotos aus der Überwachungskamera des Supermarktes. Auch die Opfer des Überfals wurden am Sonntag befragt.

Täterbeschreibung

Ein Täter ist etwa 25 Jahre alt und 160 Zentimeter groß. Er hat eine untersetzte Statur, ein rundliches Gesicht und war mit einer dunklen Camouflagehose und einer dunklen Kapuzenjacke bekleidet. Zudem trug der Mann während der Tat einen blauen Camping-Rucksack bei sich, der bei den Ermittlungen im Bereich des Tatortes aufgefunden wurde.

Der zweite Täter ist etwa 30 Jahre alt, 175 bis 180 Zentimeter groß und von normale Statur. Er trug zum Zeitpunkt des Überfalls eine dunkle Hose und eine dunkle Kapuzenjacke. Der Täter hatte auffällige „Geheimratsecken“ und eine Verletzung im Bereich des rechten Auges.

Beide Täter hatten während des Raubes meistens die Kapuzen in das Gesicht gezogen und waren mit Pistolen bewaffnet.

Hinweise zu den unbekannten Tätern, die auf Wunsch auch vertraulich behandelt werden, werden an das Landeskriminalamt Niederösterreich, unter Telefonnummer 059133-30-3333, oder jede andere Polizeidienststelle erbeten.