Räuber hielt Frau Messer an die Kehle

Ein Maskierter erbeutete bis zu 5000 Euro und flüchtete auf einem Mountainbike über die Grenze nach Tschechien.

Schau mich nicht an“, schrie der maskierte Räuber, der Donnerstagabend in Gmünd der Kassierin einer Tankstelle ein langes Messer an die Kehle drückte. Der Mann mit vermutlich tschechischem Akzent erbeutete 3000 bis 5000 Euro und flüchtete auf einem Mountainbike über die Grenze nach Tschechien.


Gegen 19.30 Uhr war der Unbekannte mit seinem Fahrrad zur Tankstelle gekommen, pumpte Luft in seine Reifen und begann ein Gespräch mit der 45-jährigen Angestellten. „Vermutlich, um den Tatort auszuspionieren“, meint ein Ermittler. Als er ein Getränk mit tschechischen Kronen bezahlen wollte und die Frau das ablehnte, fuhr er wieder weg. Offenbar nur, um abzuwarten, bis der Tankstellenpächter und ein Kunde weg waren.

Zehn Minuten vor Ladenschluss war der Unbekannte plötzlich wieder da – diesmal mit einer Strumpfmaske auf dem Kopf. Er überraschte die Kassierin beim Geldzählen, bedrohte sie mit einem großen Messer und hielt ihr mit den Worten „Geld, Geld, Überfall“, seinen Rucksack hin, damit sie Beute einpacken konnte. Er griff aber auch selber in die Kassenlade, um Scheine in den Rucksack zu stopfen. Dann fesselte er der Frau die Hände mit einem Kabelbinder auf den Rücken und flüchtete.

Minuten später taumelte das geschockte Opfer in ein benachbartes Gasthaus, hatte aber den Kabelbinder mit der Kraft der Verzweiflung abstreifen können. „Sie war völlig fertig, hat am Anfang gar nicht reden können, so schlimm ist es ihr gegangen“, berichtet Wirtin Gerlinde Semper. „Ein Kunde gab ihr sein Handy, damit sie die Polizei verständigen kann. Dann habe ich der Frau homöopathische Notfalltropfen in ein Glas Wasser gegeben.“

Die Überfallene berichtete, dass sie gleich nach der Flucht des Täters den Notknopf gedrückt habe – er alarmiert den Chef. Als sie die Polizei rufen wollte, sei der Akku ihres Handys leer gewesen. Deshalb, und weil sie panische Angst hatte, der Täter könnte zurückkehren, sei sie ins Gasthaus gelaufen.

( Kurier ) Erstellt am 24.03.2012