Chronik | Niederösterreich
30.01.2012

Qualifikation für Tausend Menschen

"Eine Kooperation, die sich für alle lohnt", ist für AMS, Firmenchefs und Mitarbeiter der Kremser Qualifizierungsverbund.

Ich bin jetzt 35 Jahre dabei, es hat immer Spaß gemacht. Aber zuletzt hatten wir größere Umstellungen. Ich will up to date sein und  nicht das fünfte Rad am Wagen. Das ist gelungen, denn das war die beste Schulung, die ich bisher erlebt habe", sagt Martin Ibl. Der Mitarbeiter der Kremser  Chemserv  GmbH ist einer von knapp 500 Arbeitnehmern, denen das AMS ein einmaliges Qualifizierungsprojekt ermöglicht hat. Der Erfolg ist so groß, dass bereits die zweite Tranche mit Beschäftigten aus noch mehr Firmen angelaufen ist.

"Das ist eine Situation, bei der alle gewinnen. Die Allgemeinheit spart viel Geld, wenig  ausgebildete Mitarbeiter, die am ehesten gekündigt werden, gewinnen Sicherheit", erklärt Karl Fakler, Leiter des AMS NÖ. Als weitere Vorteile zählt er auf: Die Schulungen fanden in Firmenräumen statt, zeitraubende Fahrten beispielsweise zum WIFI St. Pölten entfielen. Und die Treffsicherheit erreichte nicht "die üblichen 70 bis 80 sondern hundert Prozent".

Finanzierung

Die an der Aktion teilnehmenden Mitgliedsunternehmen des Kremser Wirtschaftsbeirates haben ein Drittel, das AMS  gemeinsam mit dem Europäischen Sozialfonds zwei Drittel (52.000 Euro) des Budgets für die Schulungen  getragen. Dazu kommen bei den Firmen Verwaltungskosten und die entfallene Arbeitszeit der Mitarbeiter.

"Die Schulungen wurden individuell auf die Bedürfnisse der Mitarbeiter und Unternehmen abgestimmt. Außerdem brachte der Kontakt miteinander einen Blick über den Tellerrand", lobt Karl Wilhelm von der Chemserv GmbH. Sein Unternehmen hat wegen des Erfolges auch die Koordinierung der zweiten Tranche übernommen. "Uns ist es auch entscheidend, damit den Wirtschaftsstandort Krems zu stärken. Dass der floriert ist uns wichtig, sonst gäbe es uns hier nicht", sagt Wilhelm. Vorreiter und Pionier der ersten Tranche – der dafür viel Lob erhielt – war Ewald Krenn, Manager der Kemira Chemie GmbH. "Wir waren überrascht, dass das anfangs so viel Arbeit war, aber ich glaube wir haben es gut gemeistert."

"In Zeiten wie diesen ist die Qualifizierung unserer Mitarbeiter noch entscheidender geworden. Beim ersten Mal haben acht Betriebe   mit gemacht, jetzt sind es schon zwölf",  sagt Walter Stiefler vom gleichnamigen GmbH. Die Aktion sei ausgezeichnet gelaufen. In 18 Kursen über zwei Semester 500 Mitarbeiter  zu schulen sei sensationell: "Das ist auch der Grund, warum wir noch einmal teilnehmen."
Landesweit werden bei ähnlichen Kooperationen 10.000 Menschen geschult.