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Tochter stach Mutter nieder und sprang vom Balkon: Einweisung

20-jährige Wiener Neustädterin soll ihre Mutter unter dem Einfluss schwerer psychischer Störungen mit einem Messer attackiert haben. Sie muss in eine Anstalt.
Zwei Justizwachebeamte und eine Angeklagte

Es war eine Gewalttat mit Ankündigung. Schon vor dem dramatischen Zwischenfall im September 2025 hatte es mehrere Polizeieinsätze wegen Auseinandersetzungen in der Wiener Neustädter Wohnung gegeben.

Schließlich kam es zur Eskalation. Die unter massiven psychologischen Problemen leidende Tochter (damals 19 Jahre alt) attackierte ihre 54-jährige Mutter mit einem Messer, fügte ihr laut Anklage der Staatsanwaltschaft Wiener Neustadt zwei Stichwunden zu - in den Rücken und die Schulter. Das Opfer konnte flüchten und die Polizei verständigen

Die 19-Jährige stürzte sich nach der Attacke aus einem Fenster im Stiegenhaus des sechsten Stockwerks in einen Lichtschacht. Sie fiel 16 Meter in die Tiefe, überlebte aber schwer verletzt mit Knochenbrüchen sowie einer Schädelverletzung.

Mutter überlebte Attacke

Die verständigten Polizei- und Rettungskräfte fanden die schwer verletzte 54-Jährige in deren Wohnung, sie wurde mit dem Notarzthubschrauber ins Krankenhaus Krems geflogen und notoperiert. Am Donnerstag saß die Frau im Gerichtssaal, als sich ihre Tochter wegen Mordversuchs verantworten musste. Auf deren Antrag wurde der Fall am Landesgericht Wiener Neustadt allerdings unter Ausschluss der Öffentlichkeit verhandelt.

Das Urteil des Geschworenensenates war eindeutig und ist auch bereits rechtskräftig: Die Wiener Neustädterin muss aufgrund ihrer „paranoiden Schizophrenie, andauernden Persönlichkeitsänderung nach Extrembelastung und Verhaltensstörung durch multiplen Substanzgebrauch“ nicht ins Gefängnis, sie wird in ein forensisch-therapeutisches Zentrum eingewiesen.

Tragisch ist die Vorgeschichte der Bluttat: Schon in der Kindheit soll die heute 20-Jährige von ihrem Vater sexuell missbraucht worden sein, war im Betreuungszentrum Hinterbrühl untergebracht. Es folgten Drogen- und Medikamentenmissbrauch, was zu Verhaltensstörungen führte. Immer wieder hatte sie in den letzten Jahren bei ihrer Mutter gewohnt, dabei kam es zu Auseinandersetzungen, unter anderem deshalb, weil die Tochter glaubte, ihre Mutter wollte sie vergiften.

„Nur ein normales Leben führen“

Auslöser für die Attacke im September 2025 sei gewesen, dass die 20-Jährige dachte, ihre Mutter wolle ihrem Hund etwas antun. Daher stach sie mit einem Küchenmesser zu. „Meine Mandantin ist krank, sie braucht Hilfe“, hatte der Anwalt der Wiener Neustädterin am ersten Prozesstag klargemacht: „Sie will einfach nur ein normales Leben führen und eine Ausbildung machen“. 

Die Angeklagte selbst hatte versichert: „Meine Medikamente wirken jetzt, ich bin drogenfrei.“

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