Ehemaliger Freund widerspricht Beran A. als Zeuge mehrfach
Luca K. bei seinem Prozess wegen terroristischer Straftaten im Juli 2025.
Vierter Tag im Prozess gegen Beran A. wegen des mutmaßlich verhinderten Terroranschlags auf ein Taylor Swift-Konzert im Wiener Ernst-Happel-Stadion. Am Donnerstag stand am Landesgericht Wiener Neustadt ein weiterer "Nachwuchsterrorist" im Mittelpunkt: Luca K., selbst im Vorjahr wegen terroristischer Vereinigung und krimineller Organisation zu zwei Jahren unbedingter Haft verurteilt.
Der ehemalige Freund von Beran A. sitzt ebenfalls seit August 2024 in Haft. Er galt nach Bekanntwerden der Anschlagspläne und den Absagen der Taylor-Swift-Konzerte als Komplize von A., ihm konnte letztlich aber keine Beteiligung nachgewiesen werden. Im Jänner wurde er jedoch nach einer Gewaltattacke gegen mehrere Männer im Juli 2024 noch zu einer sechsmonatigen Zusatzstrafe verurteilt.
Luca K. widersprach den Aussagen seines ehemaligen Freundes am Donnerstag mehrfach. Beran A. hatte behauptet, K. davor gewarnt zu haben, zum Konzert zu gehen. „Daran kann ich mich nicht erinnern“, sagte dieser nun als Zeuge. Er sei nicht gewarnt worden und habe auch nichts von den Anschlagsplänen gewusst.
"Keine Terrorzelle"
Der 19-Jährige wäre für den Bühnenaufbau im Ernst-Happel-Stadion zuständig gewesen. Er habe Beran A. gefragt, ob auch er beim Konzert arbeiten möchte. „Ich habe aber alle meine Freunde gefragt“, relativierte er. Beran A. hatte angegeben, er habe die Mitarbeit beim Konzert dazu nutzen wollen, sich ein Bild vor Ort zu machen.
Dass sie ihren Bekannten Hasan E. zu einem Anschlag in Mekka motiviert haben sollen, bestreiten Beran A. und der mitangeklagte Arda K. weiterhin. Ihr ehemaliger Schulfreund sitzt mittlerweile in Saudi-Arabien in Haft, nachdem er in Mekka mehrere Sicherheitsbeamte mit einem Messer schwer verletzt hat.
Beran A. hätte seinerseits einen solchen Terroranschlag in Dubai ausführen sollen, tat dies jedoch nicht. Von seiner Reise nach Dubai habe er erzählt, sagte Luca K. „Aber ich habe ihm das nicht geglaubt, er hat mir auch keine Bilder gezeigt“. Von den Anschlagsplänen habe er nichts gewusst.
Ausschluss der Öffentlichkeit
Arda K. behauptete am Donnerstag, er habe erst in Istanbul „endgültig davon erfahren", dass Beran A. „auch dabei“ sei. Zuvor habe Hasan E. Beran A. „für die Ideologie" und für einen Anschlag gewinnen wollen.
Zahlreiche Nachrichten in sozialen Medien, in denen er den IS und einen Märtyrertod in dessen Namen verherrlicht haben soll, bestätigte Beran A. auf Nachfragen der Richterin. Diese seien jedoch nur von einem kleinen Kreis an Followern zu sehen gewesen, behauptete er.
So mitteilsam der 21-Jährige in der Öffentlichkeit diesbezüglich war, so verschlossen gibt er sich zu seinem Privatleben. Als Fragen zur Beziehung mit seiner Ex-Freundin zur Sprache kommen, beantragt er über seine Verteidigerin, die Öffentlichkeit des Saales zu verweisen - was der Geschworenensenat nach kurzer Rücksprache auch tut.
Die junge Frau ist heute selbst als Zeugin geladen, hat dafür aber ebenfalls den Ausschluss der Öffentlichkeit beantragt. Außerdem will sie nur in Abwesenheit von Beran A. aussagen.
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