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Freund über Beran A.: "Man hat ihn halt nicht ernst genommen"

Luca K., selbst bereits wegen terroristischer Straftaten verurteilt, sagte am Donnerstag im Prozess um vereiteltes Attentat auf Taylor-Swift-Konzert aus.
NIEDERÖSTERREICH: PROZESS WEGEN TERRORISTISCHER VEREINIGUNG UND KRIMINELLER ORGANISATION GEGEN 18-JÄHRIGEN LUCA K.

Vierter Tag im Prozess gegen Beran A. wegen des mutmaßlich verhinderten Terroranschlags auf ein Taylor Swift-Konzert im Wiener Ernst-Happel-Stadion. Am Donnerstag stand am Landesgericht Wiener Neustadt ein weiterer "Nachwuchsterrorist" im Mittelpunkt: Luca K., selbst im Vorjahr wegen terroristischer Vereinigung und krimineller Organisation zu zwei Jahren unbedingter Haft verurteilt

Der ehemalige Freund von Beran A. sitzt ebenfalls seit August 2024 in Haft. Er galt nach Bekanntwerden der Anschlagspläne und den Absagen der Taylor-Swift-Konzerte als Komplize von A., ihm konnte letztlich aber keine Beteiligung nachgewiesen werden. Im Jänner wurde er jedoch nach einer Gewaltattacke gegen mehrere Männer im Juli 2024 noch zu einer sechsmonatigen Zusatzstrafe verurteilt.

Luca K. widersprach den Aussagen seines ehemaligen Freundes am Donnerstag mehrfach. Beran A. hatte behauptet, K. davor gewarnt zu haben, zum Konzert zu gehen. „Daran kann ich mich nicht erinnern“, sagte dieser nun als Zeuge. Er sei nicht gewarnt worden und habe auch nichts von den Anschlagsplänen gewusst.

"Keine Terrorzelle"

Der 19-Jährige wäre für den Bühnenaufbau im Ernst-Happel-Stadion zuständig gewesen. Er habe Beran A. gefragt, ob auch er beim Konzert arbeiten möchte. „Ich habe aber alle meine Freunde gefragt“, relativierte er. Beran A. hatte angegeben, er habe die Mitarbeit beim Konzert dazu nutzen wollen, sich ein Bild vor Ort zu machen.

Dass sie ihren Bekannten Hasan E. zu einem Anschlag in Mekka motiviert haben sollen, bestreiten Beran A. und der mitangeklagte Arda K. weiterhin. Ihr ehemaliger Schulfreund sitzt mittlerweile in Saudi-Arabien in Haft, nachdem er in Mekka mehrere Sicherheitsbeamte mit einem Messer schwer verletzt hat.

Beran A. hätte seinerseits einen solchen Terroranschlag in Dubai ausführen sollen, tat dies jedoch nicht. Von seiner Reise nach Dubai habe er erzählt, sagte Luca K. „Aber ich habe ihm das nicht geglaubt, er hat mir auch keine Bilder gezeigt“. Von den Anschlagsplänen habe er nichts gewusst.

Messer mit IS-Symbol

Nach dessen Rückkehr habe sich Beran A. „verändert“. Er habe oft Drogen genommen und dem Zeugen Sticker mit der Fahne des Islamischen Staates geschenkt. Am 12. Juli 2024, nicht einmal ein Monat vor den geplanten Konzerten, schrieb Beran A. dem Zeugen: „Ich habe Waffen besorgt.“ Damit sei eine Schreckschusspistole gemeint gewesen, meinte Luca K. Immer wieder erwähnte der Zeuge auch eine gemeinsame Autofahrt, bei der ihm der Angeklagte ein Messer mit IS-Symbol gezeigt habe. 

Arda K. behauptete am Donnerstag, er habe erst in Istanbul „endgültig davon erfahren", dass Beran A. „auch dabei“ sei. Zuvor habe Hasan E. Beran A. „für die Ideologie" und für einen Anschlag gewinnen wollen. 

Zahlreiche Nachrichten in sozialen Medien, in denen er den IS und einen Märtyrertod in dessen Namen verherrlicht haben soll, bestätigte Beran A. auf Nachfragen der Richterin. Diese seien jedoch nur von einem kleinen Kreis an Followern zu sehen gewesen, behauptete er.

Justizwachebeamte mit Sturmhauben führen zwei Angeklagte vor

Beran A. und Arda K. am Weg in den Gerichtssaal.

Auch ein zweiter, am Nachmittag befragter Bekannter von Beran A. meinte, dieser habe in den Wochen vor den Konzerten davon gesprochen, dass er „Großes“ vorhabe. Als er nachgefragt habe, sei der Angeklagte nicht darauf eingegangen und habe nur gemeint: „Du wirst es erfahren.“ Immer wieder habe Beran A. sich radikal geäußert, aber „man hat ihn halt nicht ernst genommen.“

Gegenüber einem damals 15-jährigen Deutschen, den er auf TikTok kennengelernt hatte, habe Beran A. im Juli 2024 erwähnt, dass er einen Anschlag plante. Die Aussage Aussage des Zeugen, der im August des Vorjahres aufgrund seiner Unterstützung vom Kammergericht Berlin zu einer 18-monatigen Bewährungsstrafe verurteilt wurde, verlas die vorsitzende Richterin. Er habe Beran A. mehrere Anschlagsziele vorgeschlagen, darunter etwa „Proteste von Homosexuellen“. Warum? „Ich habe die noch nie gemocht. Außerdem dachte ich, dass dann niemand ums Leben komme, den wir kennen. Weil wir kennen niemand, der homosexuell ist.“

Die beiden hätten sich auch über den Bau von Bomben ausgetauscht. Laut Anklage wollte Beran A. ihn zu gleichzeitigen Anschlägen in Deutschland und Österreich bewegen. Er habe aber „immer irgendwelche Ausreden gesucht“, um keinen Anschlag zu machen, etwa "dass er sich um seine Eltern kümmern müsse oder nicht mit Schulden sterben wolle".

Ausschluss der Öffentlichkeit

So mitteilsam der 21-Jährige in der Öffentlichkeit diesbezüglich war, so verschlossen gibt er sich zu seinem Privatleben. Als Fragen zur Beziehung mit seiner Ex-Freundin zur Sprache kommen, beantragt er über seine Verteidigerin, die Öffentlichkeit des Saales zu verweisen - was der Geschworenensenat nach kurzer Rücksprache auch tut. 

Die junge Frau ist heute selbst als Zeugin geladen, hat dafür aber ebenfalls den Ausschluss der Öffentlichkeit beantragt. Außerdem will sie nur in Abwesenheit von Beran A. aussagen.

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