28-Jährige mit Kopfschuss getötet: Verdächtiger festgenommen
Die Tatortarbeit ist inzwischen abgeschlossen
Die 28-Jährige war Sekretärin an einer Ganztagesschule in Wien-Favoriten und studierte nebenbei auf einer Fachhochschule. In ihrer Nachbarschaft in Kottingbrunn (Bezirk Baden) herrscht Bestürzung über die Bluttat. Wer hat Katharina getötet?
Seit Montag laufen die Ermittlungen der Mord- und Tatortgruppe des NÖ Landeskriminalamtes in dem mysteriösen Fall auf Hochtouren. Die 28-Jährige war zu Christi Himmelfahrt von Angehörigen tot in ihrer Wohnung entdeckt worden.
Am Mittwoch gelang Ermittlern in dem Fall der Durchbruch. Sie nahmen einen 27-jährigen Mann fest, der bereits gestanden haben soll, die Frau "im Affekt" getötet zu haben. Er soll nach einem Streit die Nerven verloren und das Opfer mit einer Kleinkaliber-Pistole erschossen haben.
Das Tatort liegt in einer Wohnung dieser Anlage in Kottingbrunn.
Staatsanwalt ordnete Obduktion an
Zunächst hatte alles nach einem Unfall ausgesehen: Die vermeintliche Platzwunde durch einen harten Anprall bzw. Aufschlag entpuppte sich bei der gerichtsmedizinischen Untersuchung allerdings als Kopfschuss.
Dem vorläufigen Ergebnis der Obduktion zufolge starb Katharina E. durch eine Gewalttat, konkret durch ein Projektil vom Kaliber 22 im Kopf. Weil es sich dabei um ein sehr kleines Kaliber handelt, war der Schusskanal zunächst auch nicht augenscheinlich erkennbar, so die Ermittler.
Familie fand das Opfer
Alarm geschlagen hatte die Familie der jungen Frau. Nachdem die Angehörigen einige Zeit nichts von der 28-Jährigen gehört hatten und die Eltern auf Urlaub waren, fuhren sie nach ihrer Rückkehr zur Wohnadresse im Bezirk Baden.
Sie verschafften sich Zutritt mit einem Zweitschlüssel und machten die schlimme Entdeckung: Die Frau lag leblos in der Wohnung in einer Blutlache, jede Hilfe kam zu spät. "Es war furchtbar. Ich habe Schreie im Stiegenhaus gehört und bin zu Hilfe geeilt", schildert eine Nachbarin aus dem Wohnhaus.
Täter selbst hinein gelassen?
Da von den Tatortspezialisten weder Einbruchsspuren noch Hinweise auf ein gewaltsames Eindringen festgestellt werden konnten, verfolgen die Ermittler die Theorie, dass die Frau den oder die Täter selbst in die Wohnung gelassen hatte. Möglicherweise besteht ein Naheverhältnis. Derzeit laufen dazu intensive Umfelderhebungen, sagt der Leiter des Landeskriminalamtes, Stefan Pfandler.
Laut ersten Erkenntnissen deutet derzeit nichts auf einen Raubmord oder ein Sexualdelikt hin.
In Österreich finden Frauen, die Gewalt erleben, unter anderem Hilfe und Informationen bei folgenden Adressen:
- Frauen-Helpline: online unter frauenhelpline.at und telefonisch unter 0800-222-555
- Verein Autonome Österreichische Frauenhäuser (AÖF): online unter aoef.at
- Frauenhaus-Notruf: unter 057722
- Österreichischen Gewaltschutzzentren: 0800/700-217
- Polizei-Notruf: 133
Hilfsangebote für Personen mit Suizidgedanken und deren Angehörige bietet das Suizidpräventionsportal des Gesundheitsministeriums. Auf der Webseite finden sich Kontaktdaten von Hilfseinrichtungen in Österreich.
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