Betreibsratschef Wolfgang Schoder erhielt von den 400 Teilnehmern der Betriebsversammlung das Mandat um den Erhalt der Neurologie weiterzukämpfen

© Wolfgang Atzenhofer

Betriebsversammlung
07/08/2020

Protest gegen Neurologie-Aus

4.500 Unterschriften gesammelt, Region würde Neuro-Betten verlieren

von Wolfgang Atzenhofer

Die geplante Absiedelung der Neurologie mit 90 Betten und 150 Vollzeitbeschäftigten aus dem Landesklinikum Mauer dürfte für die neue niederösterreichische Landesgesundheitsagentur (LGA) nicht friktionsfrei über die Bühne gehen. Über 400 Beschäftigte bekundeten am Mittwoch bei einer kurzfristig einberufenen Betriebsversammlung, die unter Corona-Bedingungen unter freiem Himmel stattfand, ihren Unmut über die Verlagerung der Neurologie-Betten in die Spitäler Amstetten und Melk.

In Arztpraxen der Region Amstetten, über eine Online-Petition und sogar in Lagerhäusern seien binnen weniger Tage bereits über 4.500 Unterschriften gegen die Schließung der Neurologie in Mauer gesammelt worden, berichtete Peter Maschat, Zentralbetriebsrat der nö. Landeskliniken. Er war zu der Versammlung angereist und fand laut eigener Aussage „breiteste Zustimmung in der Belegschaft“ vor.

Er und der Betriebsratschef von Mauer, Wolfgang Schoder, waren am Dienstag zusammen mit der Spitalsführung von den LGA-Vorständen über die konkreten Pläne informiert worden. Die LGA-Chefs Konrad Kogler und Helmut Krenn sicherten bei der bis Ende 2022 geplanten Strukturanpassung bestmögliche Transparenz und Einbindung der Belegschaftsvertretung zu. Fachliche Erklärungen für die Verlagerung der Neurologie und die damit verbundene Gefährdung der beruflichen Existenz von rund 20 befristet angestellten Beschäftigten, habe es von der LGA aber nicht gegeben, sagte Schoder auf Anfrage des KURIER. Die Dynamik, die das Thema binnen weniger Tage auch außerhalb der Klinik erzeugt hat, habe er nicht erwartet.

Bettenverlust

Tatsächlich befürchten die Betriebsräte mit der Umstrukturierung auch eine Verminderung der Neurologie-Betten im gesamten Mostviertel und damit eine Verschlechterung der medizinischen Versorgung. Im regionalen Strukturplan sei zwar die Verringerung der Neuro-Betten von 125 auf 100 vorgesehen. Doch mit der geplanten Aufsplittung käme man mit 30 Betten in Melk und 52 Akut-Betten in Amstetten lediglich auf 82. Eine Verschlechterung der Patientenversorgung, die auch die Neurologie–Primaria Susanne Asenbaum-Nan bei der Versammlung in ihrem Statement befürchtete.

„Deshalb wollen wir erreichen, dass es auch in Mauer weiterhin eine Neurologie gibt“, kündigte Maschat an. „Wir werden uns Gesprächen natürlich nicht verschließen“, sagte auch Schoder. Er erhielt von den Versammlungsteilnehmern das klare Mandat, weiter um den Neurologie-Standort zu kämpfen. Die Protestunterschriften aus der Region werden zu gegebener Zeit an die Landesregierung übergeben.

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