Platzhirsch verlässt sein Revier

Nach 20-jähriger Amtszeit legt Landesjägermeister Christian Konrad die Leitung des nö. Jagdverbandes in jüngere Hände.

Jetzt ist es offiziell: Kommendes Frühjahr kommt es zu einer großen Ablöse an der Spitze des Niederösterreichischen Landesjagdverbandes. Der Ausschuss des Verbandes folgte gestern bei seiner Sitzung im Raiffeisenhaus in Wien einstimmig dem Vorschlag von Landesjägermeister Christian Konrad, beim nächsten Landesjägertag im April 2012 in Wieselburg Ex-Vizekanzler Josef Pröll, als neuen Landesjägermeister zur Wahl vorzuschlagen. Erhard Brandstetter und Andreas Radlinger, die Stellvertreter Konrads, werden ihre Funktionen ebenfalls zur Verfügung stellen.

34.000 Jäger

Josef Pröll und Christian Konrad
© Bild: Franz Eder

Konrad ist der Vorsitzende des Jagdverbandes, der gesetzlichen Interessenvertretung der 34.000 Jäger in NÖ. Zuletzt wurde er für eine Periode von 2009 bis 2015 als Landesjägermeister wiedergewählt. „Ich habe innerhalb dieser offenen Funktionsperiode mit Josef Pröll einen geeigneten Nachfolger gesucht und gefunden, was eine der wichtigen Aufgaben jeder Führungspersönlichkeit darstellt“, sagte Konrad. Und: Diese Hofübergabe in jüngere Hände solle den Jagdverband für alle kommenden Aufgaben stärken. „Die Ära Christian Konrad ist ohne Zweifel eine große Periode für die Jagd nicht nur in Niederösterreich sondern für ganz Österreich. Er stellte die Jagd in den Mittelpunkt der Gesellschaft mit all ihren Höhen und Tiefen“, würdigte Pröll die „Amtszeit“ des bisherigen Landesjägermeisters. Er, Pröll, komme aus der Landwirtschaft, sei ein begeisterter Jäger und habe Zugang zur politischen Arena. Dieses „Dreieck“, wie er es nannte, sei eine gute Basis, um sich mit großem Elan den Belangen der Jagd widmen zu können. Pröll: „Ich werde in Wieselburg gerne als Kandidat antreten.“ Ab kommenden Jänner will der 43-Jährige die niederösterreichischen Regionen bereisen und vor Ort mit den Jagdfunktionären Gespräche führen.

Fortschritte

Christian Konrad hat seit seiner Wahl im Jahr 1991 das Jagdwesen in Niederösterreich grundlegend reformiert. Waidkameraden rechnen ihm hoch an, dass er aus der eher öffentlichkeitsscheuen Institution eine moderne Interessenvertretung geschaffen hat. Große Fortschritte seien unter Christian Konrad etwa bei der Wildbrethygiene, bei der Wildbretvermarktung, der Einführung des freiwilligen Übungsschießens sowie der konsequenten Pflege des jagdlichen Brauchtums erzielt worden.

( Kurier ) Erstellt am 16.12.2011