Ein Verletzter wurde mit Sehnenriss ins Spital gebracht.

© Katharina Zach

Lokalaugenschein
03/05/2014

Pistolen-Alarm auf der Mödlinger Partymeile

Der KURIER begleitete Sanitäter des Roten Kreuzes am Höhepunkt des Faschingstreibens.

von Katharina Zach

Die Musik spielte, Menschen johlten. Faschingsdienstag in Mödling. Doch während die einen feierten, hatten die freiwilligen Sanitäter des Roten Kreuzes Mödling wenig zu lachen. Ein Einsatz-Marathon hielt Thomas Pointner, Michael Dorfstätter und Evelyn Rillé in der Nacht auf Mittwoch auf Trab. Und die aktuelle Alarmierung, die Pointners Team mitten ins Faschingstreiben der Fußgängerzone führte, verhieß nichts Gutes: Verbrechen mit Gaspistole, drei Verletzte.

Nur im Schritttempo konnte sich Bezirksstellenleiter-Stellvertreter Pointner, am Steuer der Rettung, den Weg durch die Menge bahnen. Nervosität lag in der Luft. "Bitte vorsichtig sein", warnte Rillé, die seit zwei Jahren ehrenamtlich tätig ist. Am Einsatzort angekommen warteten bereits ein Notarzt- und ein weiterer Rettungswagen. Auch die Polizei war zur Stelle. Zum Glück gab es Entwarnung: Ein Partygast hatte lediglich Pfefferspray in die Augen bekommen. "Fahren wir wieder", meinte Pointner.
Doch weit kam das Team nicht. Kaum losgefahren, gab es schon den nächsten Alarm. Ein Fasching-Fan war gestürzt und hatte sich im Gesicht verletzt. Ein U-Turn und die Rettung raste zurück in die Fuzo. Der 26-Jährige war kaum ansprechbar, hatte eine Wunde am Kinn. Er war kein Unbekannter: "Der ist bei mir in die Schule gegangen", erinnert sich Dorfstätter, Lehrer und seit zweieinhalb als Sanitäter beim Roten Kreuz tätig, während er den Betrunkenen aufmunterte. Nach der Erstversorgung wurde er ins Spital gebracht. Gegen drei Uhr musste Pointners Team noch eine alkoholisierte Frau versorgen, bevor sie sich aufs Ohr legen konnten.

Sehne gerissen

Verdient, denn auch abseits des närrischen Treibens hatte es viel zu tun gegeben. Kurz nach Dienstbeginn führte der erste Einsatz zu einem Senior. Er wurde wegen Herzproblemen ins Spital gebracht. Das Abendessen fiel aus, denn ein Sportler hatte sich beim Fußballspielen eine Sehne gerissen. In diesem Fall war der Einsatzort in der Dunkelheit schwer zu finden, niemand war zum Einweisen zur Stelle. Wertvolle Minuten verstrichen. "Da darf echt nichts Gröberes sein", schüttelte Rillé den Kopf. Schließlich kümmerte sich das Team noch um eine 52-Jährige, die mit starken Oberbauchschmerzen aufgewacht war. "Fasching ist eine Zeit, wo natürlich mehr los ist. Vor allem wenn Alkohol im Spiel ist", hatte Dorfstätter zu Dienstbeginn prophezeit. Er hatte recht behalten.

Insgesamt rückten in dieser Nachtschicht 18 Freiwillige und ein Notarzt zu 25 Alarmierungen aus, zehn standen im Zusammenhang mit dem Faschingstreiben. Freizeit gab nach dem Nachtdienst dennoch nicht. Das Team musste zur Arbeit.

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