Jochen Danninger, Bernd Scharfegger und Matthias Cernusca

© Roman Zach-Kiesling

Chronik Niederösterreich
06/25/2021

Pionierleistung brachte den Tourismus auf die Rax

Zum 95-jährigen Jubiläum der Bergbahn wurde die besondere Bedeutung für die Region beleuchtet.

von Patrick Wammerl

Sie bescherte der Sommerfrische in Reichenau einen Höhenflug und brachte bedeutende Künstler wie Oskar Kokoschka oder Gustav Klimt in die Region. 95 Jahre nach der Eröffnung der Raxseilbahn wurde am Freitag am zweithöchsten Berg Niederösterreichs das Jubiläum der ältesten Personen-Seilschwebebahn Österreichs begangen.

Mit 180.000 Gästen jährlich, die in der „Green Queen“ auf das 1.545 Meter Hohe Raxplateau befördert werden, ist die Bahn nicht nur ein Transportmittel. „Seit 95 Jahren ist die Rax-Seilbahn mehr als ein touristischer Leitbetrieb und Wirtschaftsfaktor in den Wiener Alpen. Es handelt sich um ein familiär geführtes Ausflugsziel, das den Reiz der neuen Sommerfrische in Niederösterreich bestmöglich verkörpert“, gratulierte Tourismuslandesrat (ÖVP) Jochen Danninger beim Besuch auf der Rax zum Jubiläum.

Gerade seit dem Seilbahnunglück am Lago Maggiore in Italien ist auch die Sicherheit bei der Beförderung auf dem Ausflugsberg in aller Munde. Erst vor fünf Jahren wurde die Bahn laut Betreiber Bernd Scharfegger für vier Millionen Euro vollständig revitalisiert. Im Zuge dessen wurde die Antriebssteuerung sowie Seilbahn- und Elektrotechnik erneuert und die Konzession für 25 Jahre verlängert.

Die Sicherheitsbremse am Antrieb wird laut Scharfegger automatisch geregelt und erlaubt eine sanfte Bremsung. Eine neue Pendeldämpfung reduziere das Auspendeln der Kabine bei Bremsvorgängen und Stützenüberfahrten auf ein Minimum. Historisch gesehen hat die Region der Seilbahn viel zu verdanken, weiß auch Gottfried Brandstätter. Der Historiker aus Hirschwang an der Rax, Jahrgang 1939, kennt die Geschichte der Region wie kein anderer. „Ein Blick in die Hüttenbücher verrät, die Rax war bereits um die Jahrhundertwende ein gern besuchtes Ausflugsziel. Zu Anfang wurde die Raxalpe durch Muskelkraft oder in einem Schweizer Alpenfauteuil-Wagen mit Gebirgspferden erobert. Der Gedanke war naheliegend, auch technische Aufstiegshilfen zu schaffen“, erklärt Brandstätter.

Seil- statt Zahnradbahn

Bereits 1913 gab es den Plan zur Errichtung einer Zahnradbahn, die vom Preiner Gscheid bis hinauf zum Karl Ludwig Haus führen sollte. Dies wurde aber verworfen und 1925 schließlich mit dem Bau einer Materialseilbahn begonnen.

Bergrettung

Weil coronabedingt der Heimaturlaub weiter im Trend liegt und der Ansturm auf die Berggipfel wie Rax und Schneeberg auch durch Ungeübte nie größer war, rechnet die Bergrettung im heurigen Sommer mit einigen Herausforderungen. „Wir erwarten auch heuer ein verstärktes Aufkommen am Berg“, sagt der Landesleiter der Bergrettung NÖ/Wien, Matthias Cernusca.

Schon im vergangenen Jahr war die Tendenz der alpinen Notlagen steigend. Was laut Cernusca auffällt: Bergtouren unternehmen immer mehr Menschen, die bisher nur geringe bis gar keine alpinistische Erfahrung aufweisen. Dafür habe sich die Ausrüstung massiv verbessert. „Probleme bereitet oft die richtige Anwendung. Zudem bleiben die Softskills wie Tourenplanung, Selbsteinschätzung oder Orientierung immer öfter auf der Strecke“, sagt Cernusca.

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