Nach Förderband scheitert auch Mega-PV-Projekt an der Donau in NÖ
Hier hätte die riesige PV-Anlage entstehen sollen.
Bernhard Kerndler, ÖVP-Bürgermeister von Krummnußbaum im Bezirk Melk, will vorsorgen. Die Marktgemeinde arbeitet daran, dass ein Gebiet am Donauufer unter Naturschutz gestellt wird. Helfen soll dabei auch der Umstand, dass durch den Bereich ein internationaler Wildtierkorridor verläuft.
Der Ortschef will dadurch zwei Dinge erreichen: Zum einen soll so wertvolles Grün erhalten werden, zum anderen hofft er, dass dadurch Pläne endgültig begraben werden, die in der Region für viel Aufregung gesorgt hatten.
Die Rede ist von einem Mega-Förderband, mit dem Tausende Tonnen Granitstein über die Donau transportiert werden sollten. In Krummnußbaum hätte das Gestein, das vom Hartsteinbruch Loja in Persenbeug gekommen wäre, unter anderem auf Züge verladen werden sollen.
Dagegen gab es jedoch massive Proteste aus der Bevölkerung, auch ÖVP-Landesvize Stephan Pernkopf schaltete sich in die Causa ein. Schließlich wurde das Projekt gestoppt.
Doch so ganz traut Kerndler dem Frieden noch nicht. Deshalb setzt die Gemeinde nun auf den Naturschutz, um eine mögliche Neuauflage des Vorhabens verhindern zu können.
Riesige PV-Anlage gestoppt
Während Kerndler also an der endgültigen Verhinderung des einen Projekts arbeitet, wurde vor wenigen Tagen ein weiteres gestoppt, das ebenfalls für gehörig Gesprächsstoff im Nibelungengau gesorgt hatte. Der Verbund wollte am Donaudamm eine riesige PV-Anlage errichten.
Doch nun wird aus dem rund 2 Kilometer langen und 2 Meter hohen Sonnenstromkraftwerk nichts. Der Verbund zog die Pläne zurück, wie der Bürgermeister nach eigenen Angaben in einem Telefonat mit den Projektbetreibern erfuhr.
„Ich muss ganz ehrlich sagen, dass wir darüber nicht unglücklich sind“, meint Kerndler im Gespräch mit dem KURIER. Denn auch dieses Vorhaben war im Ort auf Widerstand gestoßen, obwohl der Konzern laut dem Politiker unter anderem günstigere Strompreise versprochen haben soll.
„Genehmigungsrechtliche Herausforderungen“
Doch auch der Verbund dürfte den Gegenwind gespürt haben, wie das Unternehmen auf KURIER-Anfrage bestätigt. „Im Zuge der Evaluierung haben wir entschieden, das Vorhaben nicht weiterzuverfolgen. In die Entwicklung des Projekts wurden bereits wesentliche finanzielle und personelle Ressourcen investiert. Gleichzeitig bestehen weiterhin erhebliche genehmigungsrechtliche Herausforderungen, die eine erfolgreiche Umsetzung erschweren“, heißt es.
Und weiter: „Darüber hinaus ist uns eine enge Zusammenarbeit mit den betroffenen Gemeinden wichtig. Projekte dieser Art können aus unserer Sicht nur dann erfolgreich umgesetzt werden, wenn sie vor Ort akzeptiert werden und gemeinsam mit den regionalen Stakeholdern entwickelt werden. Diese Voraussetzung ist derzeit nicht gegeben.“
„Bei uns sind Großprojekte scheinbar besonders schwierig“, meint Kerndler mit einem Schmunzeln. Der Donaudamm in Krummnußbaum wird also PV-frei bleiben.
Kommentare