Streit um Badesee in NÖ: Politikerin warnt vor Fischern

Fischen ja oder nein? Am Persenbeuger Badesee sorgt die Nutzung durch Angler für Streit zwischen Politikern.
Badesee Persenbeug

Es war ein lang ersehnter Wunsch vieler Gemeindebürger, der vor mehr als 20 Jahren endlich umgesetzt werden konnte. Die Gemeinde Persenbeug im Bezirk Melk bekam einen Badesee. Heute ist das rund drei Hektar große Areal samt Liegebereich, Beachvolleyball-Platz und Buffet bei der Bevölkerung beliebter denn je.

Eine, die sich für das Projekt stark gemacht hatte, war Christa Kranzl, damals noch als SPÖ-Landesrätin aktiv. Jetzt leitet Kranzl eine Bürgerliste – und wieder beschäftigt sie der See.

Es geht um die Frage, ob der Badesee künftig zum Fischen genutzt werden darf oder nicht.

Die Politikerin hat dazu eine klare Meinung: „Ich bin dagegen, weil es zu Problemen führen könnte, die es bislang noch nicht gibt“, sagt die Mostviertlerin im Gespräch mit dem KURIER.

Entweder oder

Tatsächlich liegt für den See ein wasserrechtlicher Bescheid vor. Dieser besagt, dass im Persenbeuger Badesee entweder geschwommen oder gefischt werden darf. „Beides geht nicht“, so Kranzl. Es sei auch gar nicht notwendig, so die Regionalpolitikerin, dass Angler das Areal nutzen sollten. „In der Umgebung gibt es eine Schottergrube samt See, die den Fischern zur Verfügung steht. Und die Donau ist ja auch nicht weit.“

Doch im Vorjahr meldete sich eine kleine Gruppe von Fischern, die den Badesee in den Wintermonaten (von Oktober bis April) nutzen möchten. Sie würden aber nur fischen und nicht für neuen Besatz sorgen.

Kranzl warnt vor den Folgen: „Es besteht die Gefahr, dass sich Badegäste an vergessenen Angelhaken verletzen. Zudem wurden damals Fische eingesetzt, die Zerkarien unschädlich machten. Fehlen diese Fische, könnte es passieren, dass Badegäste wieder einen Juckreiz bekommen.“

Positives Gutachten

SPÖ-Bürgermeister Gerhard Leeb kann die Aufregung nicht verstehen. Er verweist darauf, dass das Thema bereits im Gemeinderat behandelt worden sei. „Da gab es eine Mehrheit für das Fischen im See“, berichtet er.

Zudem gebe es ein positives Gutachten der Bezirkshauptmannschaft, die keine Gefahr für Mensch und Tierwelt orten würde. Abgeschlossen sei die Causa aber noch nicht.

„Derzeit besteht für die Bürger die Möglichkeit, Eingaben zu diesem Thema zu machen. Dann kommt es zu einer neuerlichen Abstimmung im Gemeinderat. So geht Demokratie, auch wenn es manche nicht verstehen wollen“, so Leeb.

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