Chronik | Niederösterreich
30.12.2011

Pernegg: Betriebe eine Woche ohne Internet

Ein Funkausfall wurde erst nach KURIER-Intervention repariert. Der Betreiber kündigt Verbesserungen an.

Probleme haben wir seit Monaten. Beschwerden haben kaum genützt. Aber am 22. Dezember war es ganz aus mit dem Internet und die Firma kündigte Hilfe für nach den Feiertagen an“, klagt Klaus Rebernig. Der Chef des bis ins neue Jahr ausgebuchten Klosterhotels in Pernegg, Bezirk Horn, war bis Donnerstagfrüh elektronisch von der Welt abgeschnitten. Mit ihm das Gemeindeamt und andere Funkinternet-Kunden der Firma Kabelsignal. Seit Donnerstag sind sie – nach einer KURIER-Intervention – wieder online. Der Anbieter verspricht Verbesserungen. „Ich versuche gerade, eine Wohnsitzanmeldung abzusetzen, aber das kann ich mir wohl abschminken“, erklärte Gemeindesekretär Gerald Macek dem KURIER.

„Unsere Gäste wollen natürlich nachschauen, was an Mails hereingekommen ist. Ich weiß nicht, ob ich durch unbeantwortete Buchungsanfragen Kunden verloren habe. Durch unbeantwortete Anfragen könnten bis zu 70.000 Euro verloren gegangen sein“, schätzt Rebernig. Stress mit den Problemen hatte auch der Pernegger IT-Betreuer Bernhard Geist, den viele Kunden um Hilfe ersuchten und der verzweifelt versuchte, zu vermitteln.

Blitz

Allerdings fruchteten Anrufe bei Kabelsignal tagelang überhaupt nichts. „Seit im September ein Blitz in den Sendemast eingeschlagen hat, wollten die Probleme nicht aufhören“, erklärt Rebernig. Obwohl ein Techniker klare Hinweise gab, wo das Problem lag, tausche der Anbieter die Empfangsgeräte der Kunden. Ohne Auswirkungen. Zuletzt versuchten Mitarbeiter in einem Callcenter die Betroffenen bis ins neue Jahr zu vertrösten.

Kabelsignal-Vorstand Alois Ecker hat nach dem KURIER-Anruf Donnerstag Früh einen Techniker nach Pernegg geschickt, der die geplante Reparatur sofort durchgeführt hat. Ecker will den geschädigten Kunden entgegenkommen. Er betonte jedenfalls, dass eine bereits angekündigte Modernisierung der Funkanlage schnell umgesetzt werden soll. „Dann wird das Internet um bis zu zehn Mal schneller als bisher“, betont er.

Rebernig berichtet von einem weiteren „Interneterlebnis“, das die Qualität der digitalen Infrastruktur zumindest in Teilen des Waldviertels verdeutlicht. Eine seiner Mitarbeiterinnen wollte über die Feiertage von ihrem Wohnort aus per Internet einiges für die Firma erledigen und hatte Verbindungsprobleme. Die Auskunft, die sie vom eigenen Anbieter (nicht Kabelsignal) erhielt, lautete: „Erstens sind sie am Arsch der Welt, zweitens reicht die Qualität der Leitungen für uns nicht aus und drittens ist beim Verlegen ein Fehler gemacht worden.“