Pavillons, Palmen und Palettenbier: Early Camping am Frequency
Eine Gruppe aus Oberösterreich versucht sich zu tarnen. Als „Waldmenschen“ bewachen sie akribisch ihre Plastikpalme.
Auf dem Campingplatz herrscht eifriges Treiben, trotz des leichten Regens. Zelte werden aufgebaut, Absperrbänder flattern im Wind, Bierdosen zischen beim Öffnen: Die ersten Festivalbesucher haben es sich schon auf den Campingsesseln bequem gemacht.
„Wir haben heuer den besten Platz“, grinst Noel Isar. Der Routinier ist bereits zum sechsten Mal auf dem Festival. Um einen der besten Plätze zu erhaschen, müsse man früh dran sein, verrät er. Was den besten Platz ausmache? „Dass die Wege nicht weit sind. Wir haben nicht weit zu den Bühnen, sind zwischen den Bäumen im Schatten, perfekt“, sagt er und breitet die Hände aus.
Eifrig aufgebaut
Während rundherum noch eifrig aufgebaut wird, steht bei ihm und seinen Freunden längst alles bereit: Tisch, Sessel, Lautsprecher, Kühlbox – und natürlich ausreichend Getränke. Das beliebteste Festivalgetränk am Frequency ist vermutlich Bier. Auf selbst gebauten Leiterwagen werden die Dosen palettenweise angeschleppt - gesichert mit ausreichend Gafferband.
Und wenn man die Gäste fragt, welche drei Dinge man unbedingt mitbringen sollte, lautet die wenig überraschende Antwort: „Bier, Bier und Bier.“
Nur ein Gummistiefel
Bei manch anderen gehört schon mehr zur Grundausstattung: ein Pavillon, Wasserpistolen und Absperrband waren die meist genannten Antworten. „Gummistiefel braucht man. Aber am besten nur einen“, sagt einer der Gäste aus Oberösterreich.
„Damit erregt man Aufmerksamkeit und dann bekommt man Bier“, erklärt er seinen Tipp. Die Gruppe aus Oberösterreich reist bereits zum siebten Mal zum Festival. Jedes Jahr gibt es ein neues Motto. Heuer sind sie als „Waldmenschen“ unterwegs. Im vergangenen Jahr waren sie Piraten, für das nächste Jahr haben sie sich die Avengers vorgenommen.
Warum sie immer wiederkommen? Einerseits wegen der Tradition, vor allem aber wegen der Stimmung am Campingplatz. Und die kann mitunter auch etwas lauter ausfallen. „Wir haben einen kleinen Nachbarschaftsstreit“, erklärt einer aus der Gruppe und deutet auf die andere Seite des Absperrbandes.
Kunst des Festival-Campings
Dort haben sich mehrere Festivalgäste mit Megafonen versammelt. Sie brüllen Trinksprüche, feuern sich gegenseitig an und nehmen schließlich die Plastikpalme ins Visier, die mitten im Lager der „Waldmenschen“ steht. Was als harmloser Campingplatz-Streit begonnen hat, ist längst zum Unterhaltungsprogramm für die gesamte Nachbarschaft geworden.
Die „Waldmenschen“ nehmen den Angriff gelassen. Hier geht es schließlich nicht um einen echten Streit – sondern um die hohe Kunst des Festival-Campings. Und die kennt offenbar ihre eigenen Regeln: je absurder, lauter und kreativer, desto besser.
Mobile Toiletten
Vor den Bühnen ist es noch ruhig. Lastwagen bringen mobile Toiletten, letzte Bühnenelemente werden angebracht. Auch wenn sich die meisten auf Acts wie „Twenty One Pilots“ oder „Ikkimel“ freuen, ist das Line-up nicht das Wichtigste. „Das war schon einmal besser“, sagt ein Gast. Ob er den Campingplatz die nächsten Tage verlassen werde? „Das wird sich zeigen – aber die Stimmung ist hier auch top.“
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