Paudorf: Duell der Postwürfe um Steinbruch

Der Streit um das geplante Abbauprojekt ist zu einem Wettbewerb um einen Vorsprung an Glaubwürdigkeit geworden.

Im Ringen um die Bürgermeinung zum Steinbruchprojekt in Paudorf, Bezirk Krems, ist eine regelrechte Zettelschlacht ausgebrochen: Nach einem Postwurf der Betreiberfirma im Juni, auf den die Bürgerinitiativen geantwortet haben, hat sich der zuständige Landesrat Wilfing im Juli in einem persönlichen Brief an die Paudorfer Bürger gewandt. Gestern hatten die Paudorfer die erwartete Antwort der Bürgerinitiativen im Postkasten. Darin werfen die Aktivisten dem Landesrat vor, den betroffenen Bürgern Sand in die Augen zu streuen.

Wilfing argumentiert - wie berichtet - die Initiativen würden Bürger verunsichern und betont, dass im Raumordnungsprogramm auf Antrag der ÖVP keine Eignungszone beschlossen wurde. "Im Raumordnungsbeirat war die VP war als einzige Partei dafür, hat die Zone aber im Landtag nicht behandelt. Aber alle nötigen Vorarbeiten und Gutachten sind fertig. Das Land kann das jederzeit in einen neuen Beschluss fassen", stellt Wolfgang Janisch von "Lebenswertes Paudorf"seine Sichtweise dar.

Außerdem liege gar kein Antrag des Betriebes oder der Gemeinde über einen Steinbruch vor, betonte Wilfing in seinem Schreiben weiter.

"Die Firma hat ihre Vorbereitungen sogar öffentlich vorgestellt", antwortet Janisch darauf.
Der KURIER fragte bei der Firma Asamer nach, ob sie den Plan, den neuen Steinbruch zu errichten, aufgegeben habe. Doch Asamer bleibt offenbar bei seiner Linie. Die Stellungnahme des Unternehmens lautet: "Asamer plant dermaßen langfristig, dass es derzeit keine Verzögerung gibt. Von Seiten des Unternehmens gibt es nichts Neues zu berichten - der eingeschlagene Weg wird weiter gegangen. Natürlich ist man für Gespräche offen und nimmt berechtigte Anliegen der Menschen ernst. Asamer bleibt bei den Fakten und kümmert sich nicht um Gerüchte und falsche Anschuldigungen." Das Unternehmen stellte dem KURIER auch ein Foto von jenem Modell des zukünftigen Projektes zur Verfügung, das im Frühjahr 2011 in Paudorf präsentiert wurde. Es zeigt den bestehenden Steinbruch und den neuen in einer Phase nach zehnjährigem Betrieb.

( Kurier ) Erstellt am 05.12.2011